Ritter, Tod und Teufel

Ritter, Tod und Teufel (1513) ist einer der drei Meisterstiche (s.: Der heilige Hieronymus im Gehäus, Melencolia I) Albrecht Dürers. Auch dieser Stich zeichnet sich durch eine Vielzahl von Symbolen aus der Ikonographie aus.

Bildinhalt und Symbolik

thumb|300px

thumb|150px|Leonardo da Vinci: Studie eines Pferdes

Deutung

Eine naheliegender Deutungsansatz besteht darin, einen Zusammenhang mit den beiden anderen Meisterstichen herzustellen, die unterschiedliche Arten der Lebensführung und Geisteshaltung symbolisieren. Der Ritter steht für die vita activa, der edelmütige Kämpfer, der Teufel und Tod die Stirn trotzt. Auch wenn die eigentliche Zeit des Rittertum zur Zeit Dürers bereits abgelaufen war, blieb die Vorstellung von ritterlichen Idealen lebendig.

Doch fehlt im Bild nicht die Tragik: Der Ritter reitet nämlich in den Tod, wie seine Begleiter und der auf dem Boden liegende Totenkopf verdeutlichen. Sein Weg führt ihn gewissermaßen in ein Tal des Todes - möglicherweise in das Tal des Todes in Jerusalem, in das Hinnomtal. Die Stadt im Hintergrund könnte auch als Jerusalem, der Ort der Auferstehung Jesu Christi gesehen werden (das himmlische Jerusalem, das Paradies). Also ist der Weg des Ritters beides, sowohl Untergang als auch Heil.

Die Komposition, diese und andere Möglichkeiten der Interpretation verleihen dem Bild eine Spannung, wie sie für ein großes Kunstwerk bezeichnend ist.

Weblinks

See also: Ritter, Tod und Teufel, 1513, Albrecht Dürer, Anatomie, Der heilige Hieronymus im Gehäus, Hinnomtal, Ikonographie, Initialen, Jesu Christi, Kupferstich