Rodung
Beim Roden (von "roden", "reuten") werden Gehölze, also Bäume und Sträucher, mitsamt ihrer Wurzel dauerhaft entfernt. Sprachlich verwandt ist das Wort ausrotten.
Von einer Rodung spricht man, wenn die Waldvegetation großflächig bis zum Abbrennen und Entfernen der Stümpfe beseitigt wird, um den Waldboden einer anderen Nutzung (Weidefläche, Ackerbau, Siedlungsbau) zuzuführen,oder aber um Brennholz und besonders Holzkohle zu gewinnen.
Erste Rodungen fanden vermutlich bereits im Mesolithikum statt, um Weideflächen für Wildtiere zu vergrößern. Großflächige Rodungen sind seit dem Neolithikum belegt, unter anderem durch Aulehm-Ablagerungen in den Flusstälern und durch Pollenanalysen.
In neuerer Zeit werden auch komplette Waldstücke zur Holzgewinnung gerodet und anschließend neu aufgeforstet, da Fällen und Transport der Stämme so billiger sind als das Fällen einzelner Bäume im Wald. Diese Methode ist ökologisch problematisch. Weltweit geht der Anteil von Waldflächen an der gesamten Landfläche immer noch zurück.
Es gibt verschiedene Vorgehensweisen:
- Brandrodung - die Bäume der Fläche werden gezielt verbrannt, um Nutzland zu gewinnen. Diese Form der Rodung ist in Europa heute untersagt.
- Manuelle Rodung - die Bäume werden mit Äxten gefällt und die Stümpfe mit Hilfe von Tieren (z.B. Ochsen) ausgerissen.
- Maschinelle Rodung - mit Hilfe von Maschinen werden die Bäume "geerntet".
Viele Städte und Gemeinden in Deutschland entstanden in so genannten Rode- oder Rodungslandschaften. Beispiel hierfür sind die so genannten Rodungsinseln südlich von München. So sind viele Orte Rodesiedlungen und zeigen in ihrem Namen noch diesen Ursprung:
In der Schweiz erinnert die Flur- und Ortsbezeichnung Rüti (oder lokal auch Rhüti) an die früheren Rodungen.
Die Familiennamen "Rode" oder "Rohde", "Rothe" oder ähnliche Namen, leiten sich von der Tätigkeit "Roden" ab.
Siehe auch: Ortsname, Rath, Rott, Reute
