Romanisierung
Das Wort Romanisierung tritt in zweierlei Bedeutung auf.
- Zum einen meint man damit die Übernahme der römischen Zivilisation durch andere, meist eroberte, Völker. Romanisierung bedeutet im Wesentlichen eine sprachliche und kulturelle Anpassung unter Aufgabe oder Umgestaltung eigener Kulturformen. Die Ausdehnung des Römischen Imperiums hatte nicht überall eine Romanisierung zur Folge. In den entwickelten Hochkulturen des Orients haben sich die von den Römern vorgefundenen orientalischen oder hellenistischen Kulturformen überwiegend behauptet. Sie konnten sogar Einfluss auf die römische Kultur nehmen. Romanisiert haben sich die nördlichen und nordwestlichen Regionen Europas, die zur Zeit ihrer Eroberung keine eigene hochentwickelte Schriftkultur besaßen. Die Romanisierung begann im dritten vorchristlichen Jahrhundert und dauert in der französischen und spanischen Einflusssphäre in Afrika und Südamerika zum Teil bis heute an. Im engeren Sinne bezeichnet das Wort nur Kulturentwicklungen bis zum frühen Mittelalter (etwa die Romanisierung der fränkischen Oberschicht im Westfrankenreich).
- In der Sprachwissenschaft bedeutet Romanisierung die Wiedergabe eines fremden Schriftsystems durch lateinische Buchstaben bzw. eine Umschrift in lateinischen Buchstaben. Beispiele dafür sind:
- Pinyin als Umschrift für das Chinesische
- das Hepburn-System für das Japanische
- die Revidierte Romanisierung und McCune-Reischauer für das Koreanische
siehe auch: Hellenismus, Amerikanisierung, Christianisierung, Conquista
