Rosa Parks

righ|thumb|Rosa Parks (Bild aus dem Jahr 2000) Rosa Louise Parks (* 4. Februar 1913 als Rosa Louise McCauley in Tuskegee (Alabama)) wurde am 1. Dezember 1955 in Montgomery (USA) verhaftet, weil sich die farbige Amerikanerin weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen männlichen weißen Fahrgast zu räumen. Ihr ziviler Ungehorsam gegen bestehendes Recht löste den Montgomery Bus Boycott aus, der neben den Protesten im Fall Emmett Till als Anfang der schwarzen Bürgerrechtsbewegung gilt.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und Jugend

Parks wurde in Tuskegee, Alabama geboren. Sie und ihr Bruder wurden von ihrer Mutter, einer Lehrerin, allein großgezogen, nachdem der Vater die Familie 1915 verlassen hatte und in den Norden gezogen war. Die meiste Zeit ihres Lebens arbeitete sie als Näherin. Bis zum elften Lebensjahr wurde sie von ihrer Mutter unterrichtet, danach besuchte sie die Montgomery Industrial School for Girls und die Booker T. Washington High School, beides Schulen ausschließlich für Schwarze.

Bürgerrechtsaktivitäten

In den frühen 50er Jahren wurde sie in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung aktiv und arbeitete neben ihrem Beruf als Näherin als Sekretärin für den NAACP (National Association for the Advancement of Colored People) in Montgomery. right|thumb|Rosa Parks beim Abnehmen der Fingerabdrücke Die Rassentrennung war damals in Montgomery stark ausgeprägt; so gab es z.B. Schulen, Parkbänke oder Aufzüge "Whites only" und "Coloreds only" (nur für Weiße/Schwarze). Die Busse waren ebenfalls getrennt, allerdings nicht vollständig. Es waren vorn vier Reihen für Weiße reserviert, die oft leerblieben, aber von den Schwarzen Passagieren nicht benutzt werden durften. Der hintere Teil, der für sie reserviert war, war meist überfüllt. Außerdem gab es einen mittleren Abschnitt, den schwarze Personen benutzen durften, allerdings war eine komplette Reihe zu räumen, sobald auch nur ein weißer Passagier in dieser Reihe sitzen wollte (um die Trennung aufrechtzuerhalten).

Am 1. Dezember 1955 trat genau dieser Fall ein. Ein weißer Fahrgast verlangte die Räumung der (für Farbige reservierten) Sitzreihe, in der sich Parks befand. Die übrigen Personen machten den Platz frei, doch die damals 42-Jährige weigerte sich, da sie nicht die übrige Fahrt hindurch stehen wollte. Der Busfahrer rief daraufhin die Polizei und bestand auf ihre Verhaftung. So wurde Parks wegen Störung der öffentlichen Ruhe verhaftet und angeklagt.

Teilweise als Antwort auf ihre Verhaftung organisierte Martin Luther King, zu diesem Zeitpunkt ein relativ unbekannter Baptistenprediger, den Montgomery Bus Boycott, der später die Behörden dazu zwang, die Segregation innerhalb von Bussen und Zügen aufzugeben, und der als Auslöser vieler anderer Proteste der Bürgerrechtsbewegung in Amerika gilt.

Rosa Parks wurde dadurch zur Ikone der Bürgerrechtsbewegung. Dadurch wurde sie aber auch zur Zielscheibe von Drohungen und ständigen Telefonanrufen, die bei ihrem Mann, Raymond Parks, zu einem Nervenzusammenbruch führte. Daraufhin zog das Paar 1957 nach Detroit um. Sie blieb jedoch weiterhin in der Bürgerrechtsbewegung aktiv.

Diskussion an der Geschichte Parks und ihrer Rolle

Obwohl nur wenige Historiker am Beitrag Parks oder ihrem Mut zweifeln, sind einige Details ihrer Geschichte in Frage gestellt worden und werden noch diskutiert.

So hat Parks selbst in ihrer Autobiografie, "My Life", angegeben, sie wäre nicht einfach müde nach einem Arbeitstag gewesen, wie oft erzählt würde, sondern hatte es einfach satt, ständig nachgeben zu müssen.

Einige Quellen behaupten, sie hätte sich bewußt in den "weißen" Abschnitt des Busses gesetzt, um zu protestieren. Tatsächlich aber war der mittlere Teil des Busses mit "colored", also "farbig" markiert, sie saß im richtigen Bereich, der allerdings als Pufferzone für die weißen Passagiere fungierte.

Andere Quellen versuchen ihre freiwilligen Aktivitäten beim NAACP herunterzuspielen, um sie mehr als gewöhnliche Frau mittleren Alters und weniger als politische Aktivistin darzustellen.

Rosa Parks war nicht die erste Farbige, die sich weigerte, ihren Sitz an eine weiße Person aufzugeben. Irene Morgan hatte dies bereits zehn Jahre zuvor getan, und setzte damit durch, dass zwischenstaatlicher Bus- und Bahnverkehr von der Rassentrennung ausgenommen wurde. Der Fall Parks wurde deshalb zur Landmarke, da er sich auf alle Rassentrennungsgesetze bezog, nicht nur auf den zwischenstaatlichen Handel.

Der NAACP hatte bereits vorher Klagen gegen die Gesetzgebung aufgrund ähnlicher Fälle erwägt, aber die Angeklagten konnten dem enormen Druck nicht aushalten(Claudette Colvin) oder waren aus anderem Grund ungeeignet (wie bei der achtzehnjährigen Mary Louise Smith, deren Vater angeblich Alkoholiker gewesen sein soll).

Ehrungen und Auszeichnungen

1983 wurde Rosa Parks in die Michigan Women's Hall Of Fame für ihre Aktivitäten in der Bürgerrechtsbewegung aufgenommen.

1999 erhielt sie die Goldmedaille des Kongresses für ihren Lebenslangen Kampf gegen den Rassismus.

2001 wurde ihr zu Ehren das Rosa Parks Library and Museum in Montgomery, Alabama eröffnet. Es erzählt sowohl die Geschichte Parks als auch ihren Zusammenhang mit der Bürgerrechtsbewegung.

Raubüberfall von 1994

Am 30. August 1994 wurde Rosa Parks in ihrer Wohnung in Detroit überfallen und ausgeraubt. Die damals 81-Jährige fragte den Täter, Joseph Skipper, ob er wisse wer sie sei. Skipper, selbst ein Farbiger, antwortete, er wüßte es, aber es sei ihm egal, und schlug sie mehrfach, bis sie zu Boden ging. Er entkam mit 53 $, wurde jedoch später gefaßt. Der Fall erregte Aufsehen und Entrüstung in ganz Amerika.

Klage gegen die Band OutKast

1999 verklagte der Anwalt Parks' die HipHop-Band OutKast wegen der Verwendung ihres Namens in dem Lied "Rosa Parks", scheiterte jedoch. 2001 versuchte er es mit Unterstützung des Anwalts Johnnie Cochran erneut, das Verfahren wurde wieder abgewiesen, jedoch im Jahr 2003 neu aufgerollt. 2004 setzten die Verwandten Parks einen unparteiischen Repräsentativen für sie ein, da sie fürchteten, die Anwälte und Fürsorger Parks seien nur auf ihren eigenen finanziellen Vorteil aus. Ihre Nichte, Rhea McCauley sagte dazu : "Meine Tante würde niemals solche Mühen auf sich nehmen, junge Künstler dermaßen zu behindern. Wir als Familie befürchten, daß unsere Tante in ihren letzten Tagen von Fremden umringt wird, die nur darauf aus sind, aus ihrem Namen Kapital zu schlagen."

Am 15. April gaben die Anwält Parks' und OutKast bekannt, dass sie sich außergerichtlich geeinigt hätte. Im Zuge dieser Einigung verpflichtete OutKast sich dazu sich an einer Tribut-CD für Rosa Parks zu beteiligen.

Weblinks

Personendaten
Rosa Parks
McCauley, Rosa Louise
Bürgerrechtlerin
4. Februar 1913
Tuskegee, Alabama

Parks, Rosa Kategorie:Rassismus Parks, Rosa

See also: Rosa Parks, 1. Dezember, 1913, 1955, 1983, 1994, 1999, 2001, 2003