Rot und Schwarz
Rot und Schwarz. Chronik des XIX. Jahrhunderts ist ein Roman des französischen Schriftstellers Stendhal, welcher im Jahre 1830 in Paris beim Verleger Levevasseur publiziert wurde. Der Originaltitel lautet Le Rouge et le Noir. Chronique du XIXe siècle.
Rot und Schwarz war nach Armance der zweite Roman Stendhals und wurde 1830 veröffentlicht.
Rot steht in dem Roman für das Militär, Schwarz für den Klerus. Der Held Julien Sorel hätte das Zeug, in der napoleonischen Armee Karriere zu machen. In der Restaurationszeit nach dem Sturz Napoleons sieht er aber nur die Möglichkeit, seinen sozialen Aufstieg aus einfachen Verhältnissen innerhalb der Kirche zu machen. Der geistliche Stand widerspricht aber seinen natürlichen Anlagen, und so wird er zu einem Heuchler, dessen Ehrgeiz ihn immer höher in den Adelskreisen von Paris steigen lässt. Ohne wirkliche Überzeugungen oder Werte beendet eine Kurzschlussreaktion seinen steilen Aufstieg. Im Gefängnis findet er zuletzt Läuterung, schlägt aber auch jeden angebotenen Ausweg vor der drohenden Hinrichtung aus. Die wichtigste Quelle für diesen Roman war der Fall Berthet im Jahre 1827. Es handelte sich dabei um die Verurteilung eines Handwerkersohnes, der beschuldigt wurde, seine Geliebte, die Frau eines hoch angesehenen Mannes der Provinz, getötet zu haben.
Rot und Schwarz ist ebenfalls als historischer Roman von großem Wert, da Stendhal versucht, die Hintergründe der Revolution von 1830 vorzustellen, so z. B. die sozialen Missstände des Landes, die Gegensätze zwischen der Hauptstadt Paris und der Provinz, zwischen der Bourgeoisie und dem Adel, zwischen den Jansenisten und den Jesuiten.
Besonders beeindruckend an Stendhals Darstellung ist aber die Präzision, mit der er die Entwicklung seines Helden schildert, und die Sorgfalt, mit der er die Entstehung von Gefühlen schildert.
Dieser Text basiert auf einer Übersetzung des Artikels aus der französischen Wikipedia, Version vom 21. November 2004.
