Die Rote Fahne
Die Rote Fahne war/ist eine am Kommunismus orientierte deutsche Zeitung, Sie wurde gegen Ende des 1. Weltkriegs 1918 von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg als publizistisches Organ des linksrevolutionären Spartakusbundes gegründet.
Der Spartakusbund bildete zu diesem Zeitpunkt noch den linken Flügel der USPD, die sich ihrerseits 1917 aus Protest gegen die kriegsbilligende Haltung der Mehrheits-SPD (vgl. Burgfrieden) von der ursprünglichen Mutterpartei abgespalten hatte. Ende 1918/Anfang 1919 ging der Spartakusbund in der neu geründeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) auf.
Während der Novemberrevolution versuchte insbesondere Rosa Luxemburg, in Artikeln der Roten Fahne für die Idee der Rätedemokratie zu agitieren und wandte sich gegen die Vorstellungen der damaligen SPD-Spitze um Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann, die ehemalige deutsche Monarchie in eine pluralistisch-parlamentarische Demokratie umzuwandeln. Sie warnte vor dem Widererstarken der alten monarchistischen Kräfte, und vertrat ihrerseits das Konzept einer sozialistischen Rätedemokratie. Außerdem wurde in der Roten Fahne das Vorgehen der SPD während der Revolution und deren Zusammenarbeit mit konterrevolutionären Kreisen, namentlich der im Grunde kaisertreuen Militärführung unter Wilhelm Groener, aufgedeckt und kritisiert.
Nach Gründung der KPD war die Rote Fahne ab 1. Januar 1919 deren Parteiorgan. Die publizistische Arbeit Luxemburgs und Liebknechts in der Zeitung gefährdete in den Augen der Regierung die öffentliche "Ruhe und Ordnung". Die beiden Führer der noch jungen KPD wurden wesentlich für die Auslösung des so genannten Spartakusaufstands im Januar 1919 verantwortlich gemacht. Mit Billigung der SPD-Reichsregierung wurden von konservativen und reaktionären Kreisen Mordaufrufe gegen Luxemburg und Liebknecht in Umlauf gebracht. Am 15. Januar 1919 kam es zur Verhaftung der beiden durch ein Freikorpskommando unter Waldemar Pabst. Der ließ Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht noch am selben Tag ermorden.
Nach Konstituierung der Weimarer Republik blieb die Rote Fahne die wichtigste Parteizeitung der KPD.
Sie erschien auch nach der "Machtergreifung" durch die Nazis von 1933 bis 1942 (nach anderen Angaben bis 1941) im Widerstand gegen Hitler-Deutschland (vgl. Zeit des Nationalsozialismus) in der Illegalität und unter Einsatz großer Opfer.
Weitere Zeitungen gleichen Namens
Namensgleiche Zeitungen gab es bereits 1918, herausgegeben von verschiedenen Arbeiter- und Soldatenräten (z. B. in Stuttgart).
In der Bundesrepublik Deutschland gab und gibt es bis in die Gegenwart mehrere Zeitungen, die den Titel Rote Fahne führen und von deren Herausgebern als Nachfolgeprojekt der ehemaligen Roten Fahne verstanden werden, z. B. die Organe verschiedener kommunistischer Splitterparteien (vgl. K-Gruppe), darunter bis 1973 der KPD/ML, von 1972 bis 1982 des KABD und nach dessen Umbenennung der MLPD, deren Parteizeitung bis heute "Die Rote Fahne" heisst. Des weiteren benannte 1990 nach dem Zerfall der DDR auch eine neu gegründete KPD ihre Parteizeitung ebenso.
Im Internet erscheint eine weitere Rote Fahne, die sich als linkes Nachrichtenmagazin, als Medium zu Philosophie, Politik, Kunst, und Kultur sowie als sozialistisches Forum versteht. Sie wurde 1992 durch das "Zentrale Koordinationskomitee der KPD" wieder herausgegeben und ist heute unabhängig von einzelnen Organisationen.
Laut eigenen Angaben wurde auf Betreiben von u.a. Dr. Wolfgang Harich 1992 der Berliner Publizist Stephan Steins zum Projektleiter und Chefredakteur dieser Zeitung gewählt.
Weblinks
Rote Fahne, Die
