Rote Hilfe

Die Rote Hilfe ist eine parteiunabhängige, strömungsübergreifende linke Schutz- und Solidaritätsorganisation, die politisch Verfolgte aus dem linken Spektrum unterstützt. Nach ihrem Selbstverständnis gilt als politisch verfolgt, wer als Linker wegen seines politischen Handelns, z.B. wegen presserechtlicher Verantwortlichkeit, wegen Teilnahme an spontanen Streiks, wegen Widerstand gegen polizeiliche Übergriffe oder wegen Unterstützung der Zusammenlegungsforderung für politische Gefangene verfolgt wird. Allerdings fallen auch Gewaltverbrecher darunter, sofern ihre Taten entsprechend politisch motiviert sind (z.B. RAF). Ebenso, wer in einem anderen Staat verfolgt wird und dem in der Bundesrepublik politisches Asyl verweigert wird.

Die Rote Hilfe hat bundesweit über 4.500 Mitglieder, organisiert in etwa 40 Orts- und Regionalgruppen sowie einer Geschäftsstelle in Göttingen.

Sie wird im Verfassungsschutzbericht 2003 als linksextremistisch eingestuft.

Geschichte

1921 wurde die Rote Hilfe Deutschland (RHD) als KPD-nahe Massenorganisation gegründet. Ihr erster Vorsitzender war Wilhelm Pieck, ab 1925 Clara Zetkin. Erste große Aufgabe war die Unterstützung der inhaftierten Rotfrontkämpfer sowie anderer politischer Gefangener und deren Angehörigen. In der Künstlerkolonie Worpswede unterhielt die Rote Hilfe das Kinderheim Barkenhoff. Kampagnen der RHD wurden von Albert Einstein, Kurt Tucholsky, Käthe Kollwitz, Heinrich Zille, Heinrich Mann und anderen unterstützt.

thumb|left|Hans Litten (Hintere Reihe, Dritter von links) und Aktivisten der Roten Hilfe

Bekanntgeworden für seine Tätigkeit für die Rote Hilfe ist auch der Rechtsanwalt Hans Litten, der Mitte der 20er Jahre spektakuläre, politische Prozesse für die Rote Hilfe führte.

1933 wurde die Rote Hilfe Deutschlands verboten und ab 1935/36 von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) zerschlagen. Mitglieder der Roten Hilfe arbeiteten jedoch im Untergrund weiter, wie Lore Wolf die gemeinsam mit Johanna Kirchner, die der der Sozialdemokratie nahestehenden Arbeiterwohlfahrt angehörte, bedrohten Personen der Arbeiterbewegung über das Saargebiet ins Exil verhalf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Untergang des Faschismus spielte die Rote Hilfe zunächst in beiden deutschen Staaten keine Rolle.

1973 Ausgelöst durch starke staatliche Repression gegen Linke Bewegungen und Organisationen (z.B. SDS Verbot) gründeten sich verschiedene Hilfsorganisationen (Schwarze-,Bunte-,Grüne- und Rote Hilfen). Auch die heute noch existierende Rote Hilfe e.V. wurde damals unter dem Namen Rote Hilfe Deutschlands RHD wiedergegründet.

1986 Die Bundesdelegiertenkonferenz beschließt eine Umbenennung von Rote Hilfe Deutschland RHD in "Rote Hilfe e.V."

siehe auch: Kommunismus Widerstand gegen den Nationalsozialismus Menschenrechte

Literatur

Weblinks

See also: Rote Hilfe, 1921, 1925, 1933, 1973, 1986, Albert Einstein, Arbeiterwohlfahrt, Asyl, Bundesrepublik