Röttgen (Bonn)
thumb|166px|right|Lage von Röttgen (mit Kottenforst) in Bonn Röttgen ist der südwestlichste Ortsteil von Bonn und liegt auf dem Höhenzug der Ville. Es ist der flächengrößte Stadtteil (größer als der Stadtbezirk Hardtberg), allerdings besteht der größte Teil von Röttgen aus den Wäldern des Kottenforst. In Röttgen leben etwa 4.700 Einwohner.
In der Zeit, als Bonn Regierungssitz der Bundesrepublik war, gab es auch nach Röttgen einen starken Zuzug, wodurch die ursprünglich dörfliche und landwirtschaftliche Struktur aufgebrochen wurde. In Folge dessen besteht die Bebauung überwiegend aus neueren Einfamilien- und wenigen Mehrfamilienhäusern. Historische Gebäude gibt es nur beim alten Dorfkern kurz vor der Dorfausfahrt in Richtung Bonn.
Es gibt die evangelische Thomaskirche und die katholische Kirche Christi Auferstehung, beide mit angeschlossenem Kindergarten. Die Gemeinden beider Konfessionen haben eine Tradition der Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe entwickelt. So läutete der evangelische Glockenturm auch für die Katholiken mit, bis diese einen eigenen gebaut hatten, und nach einem Brand in der evangelischen Kirche konnten Räume der Katholischen Kirche genutzt werden. Aber auch im alltäglichen Miteinander gibt es viele Gemeinsamkeiten, so sind in der Katholischen Jugend Röttgen (KJR) auch viele evangelische Jugendliche und Veranstaltungen wie zum Beispiel der Andheri-Basar in der katholischen Kirche werden gemeinsam geplant und durchgeführt. Siehe auch: Religionen in Bonn
Im übrigen gibt es in Röttgen mit der Schlossbachschule eine staatliche Grundschule. Die bisher genannten Einrichtungen werden auch von den Einwohnern von Ückesdorf mit genutzt, im Gegenzug nutzen die Röttgener das in Ückesdorf gelegene Carl-von-Ossietzky-Gymnasium (ehemals Gymnasium Bonn-Röttgen).
Es gibt neben einem großen SPAR-Markt in der Ortsmitte und einem EDEKA-Markt am Kurfürstenplatz, dem alten Ortskern, noch eine Reihe kleinerer Geschäfte sowie jeweils eine Tankstelle an den beiden Ortsenden. Am Schlossplatz in der Ortsmitte gibt es auch eine Filiale der Sparkasse KölnBonn.
Wichtig für das öffentliche Leben ist der Festausschuss, der neben der jährlichen Kirmes auch den Karnevalsumzug organisiert, der traditionell am Karnevalssonntag stattfindet. Für dessen reibungslosen Ablauf sorgt die Freiwillige Feuerwehr, die desweiteren regelmäßig Feuerwehrfeste organisiert.
Geschichte
Röttgen wurde erstmalig im Jahre 1433 urkundlich erwähnt, der Name Röttgen kommt von Röd-chen, also einer kleinen Rodung. Im Bönnschen Dialekt ausgesprochen, ist dieser Bezug noch recht deutlich zu erkennen, hier wird Röttgen "Röttchen" oder "Röttschen" ausgesprochen. Dies bezieht sich auf die Rodung, die im Kottenforst angelegt wurde, um das herzögliche Jagdschloss zu bauen.
Im Jahre 1754 ließ Kurfürst Clemens August mitten im Kottenforst das Jagdschloss „Herzogsfreude“ anlegen. Um das Schloss herum wurde ein Wegenetz angelegt, das den Wald vom Schloss ausgehend sternförmig durchzog. Am 7. Juni 1804 wurde Herzogsfreude, das Clemens Augusts Nachfolger nie betreten hatten, an für 3550 Francs an den Bonner Dachdecker Peter Lander verkauft. Der neue Besitzer trug das Schloss ab und verwendete das Baumaterial im Haus- und Straßenbau.
Am Standort der Schlosses entstand ein Dorf, das wegen der kurfürstlichen Jagdwege über eine hervorragende Verkehrslage verfügte. Am südwestlichen Rand steht auf der Stadtgrenze - mitten im Wald - der Bahnhof Kottenforst der Voreifelbahn, der heute nur noch an Wochenenden bedient wird, dann aber regen Ausflugsverkehr anzieht.
In Röttgen befanden sich früher, zwei Tongruben. Die Alte Tongrube, mit Mühlwerk zum Mahlen von trockenem Ton, befand sich am heutigen Tennisplatz. Von dieser Tongrube führte eine sogenante Feldbahn durch den Kottenforst nach Witterschlick. In der Nähe des Schlossplatzes (ein Teil des Standortes des ehemaligen Schlosses) gab es die Neue Tongrube. Dort wurde weisser Ton abgebaut. Heute ist die Tongrube ein See mit kleinen Rasenflächen am Rand, der in einer Vertiefung liegt, die durch den Tonabbau entstanden ist.
1969 wurde Röttgen im Zuge der Gemeindereform nach Bonn eingemeindet.
Daß Röttgen bei dem Aufbau des Telefonnetzes noch ein eigenständiger Ort war, kann man noch heute an den Telefonnummern erkennen, die durchgängig mit 0228 - 25 beginnen (ISDN mit 0228 - 925).
Historische Gebäude
Der größte Teil des Ortes wurde nach dem zweiten Weltkrieg gebaut, daher gibt es nur wenige historische Gebäude.
Zu nennen sind hier die Venantiuskapelle und der ehemalige Hof an der Reichsstrasse, welcher das älteste Gebäude Röttgens ist. Er wurde in den 90er Jahren renoviert, nachdem er lange Zeit leergestanden hatte. Vorher befand sich eine Gaststätte im Gebäude.
Weitere Informationen
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