Rudolf Hindemith

Rudolf Hindemith (* 9. Januar 1900 in Frankfurt am Main, † 1974 bei München) war ein deutscher Komponist und Dirigent mit Wurzeln in Schlesien, da sein Vater von dort stammte. Er stand meistens im Schatten seines berühmteren Bruders Paul, wurde aber in den letzten Jahren "wiederentdeckt".

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1 Weblinks

Kindheit und Jugend zweier ungleicher Brüder

In der Kindheit waren die beiden hochmusikalischen Brüder Paul und Rudolf das Aushängeschild der Familie; in ihrer Jugend begannen sie, auch professionell zusammen zu musizieren: Im Amar-Quartett, eine der führenden Gruppen in der "Neue Musik"-Szene der Zwanzigerjahre, wo Rudolf das Cello spielte. Er stieg aber bald aus, weil er sich oft hinter Paul zurückgesetzt sah, und wechselte ins Genre von Blasmusik und Jazz. Als der Bruder Paul 1938 aus Nazi-Deutschland in die Schweiz emigrierte, blieb er als Dirigent in Deutschland. Er wurde Dirigent des "Sinfonieorchester des Generalgouvernements" im südpolnischen Krakau. Dieses Orchester war ein Projekt des Gauleiters Hans Frank, den man später wegen seinen zahlreichen Verbrechen 1946 in Nürnberg hängte.

Pseudonyme nach 1945 und Wiederentdeckung

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Rudolf Hindemith ein unstetes Leben als Komponist, Dirigent und auch Pädagoge und wich aus o.a. Grund in zahlreiche Pseudonyme aus. Als er 1974 völlig vereinsamt bei München starb, erhielt sein Grabstein die Inschrift „Hans Lofer“ – womit das "Kapitel Rudolf Hindemith" abgeschlossen schien.

Doch in den 1990ern begannen sich einige seiner Schüler vermehrt an ihn zu erinnern, obwohl er als schlechter und skurriler Lehrer galt. Über den Komponisten in Rudolf Hindemith gab ein Musikwissenschafter der Universität Münster, Gerd Brill, eine Broschüre heraus; eine erweiterte Mono- bzw. Biografie ist in Arbeit. In Bremen fand sogar im Februar 2002 ein dreitägiges Hindemith-Festival statt, das die dortige Philharmonische Gesellschaft einiger Klavier- und Kammermusik widmete. Neben einem Workshop fand sogar eine Uraufführung eines Klavierkonzertes aus den 1960er-Jahren statt. In seiner kauzigen Art hatte Rudolf Hindemith es als "Suite für Klavier und Orchester" betitelt.

Rudolf Hindemith-Festival

In einer Rezension (siehe 1.Weblink) heißt es: Kolja Lessing als Solist und George Alexander Albrecht am Dirigentenpult des Philharmonischen Staatsorchesters Bremen präsentierten eine nur etwa 16 Minuten lange, fünfsätzige und sehr kurzweilige Komposition, die zwischen Bitonalität und dem Neoklassizismus des älteren Bruders anzusiedeln ist, die Einflüsse von spanischer Folklore und Jazz verrät und in allen unterschiedlichen Genre- und Satztypen stets durch lakonische Kürze gekennzeichnet ist. Wo der ältere Paul gelegentlich zum Pathos neigt, ist bei Rudolf bezüglich „Ausdruck“ so gut wie Fehlanzeige: Er versteckt sich hinter Ironie und Sarkasmus, lässt sein Innerstes nicht heraus, maskiert sich, springt innerhalb seiner ohnehin extrem kurzen Sätze von einer Genre-Intonation zur kontrastierenden anderen.

Man kann keineswegs sagen, dass Rudolf Hindemith ein schlechter Komponist oder seine Musik ein „Abklatsch“ sei; er offenbart eine durchaus verblüffende Originalität und ein sprühendes Temperament – in den charakteristischen Grenzen, die seiner Persönlichkeit entsprachen. Das betrifft auch die humorvolle Kammermusik wie den gerade eine Minute dauernden Satz für Streichquartett „Der Spiegel oder Hin und zurück“, der nur bis zu einem gehaltenen Akkord notiert ist, weil danach die Musik exakt krebsgängig zum Anfang zurückläuft. ..

Weitere Werke

Georg Goltermann nahm von einigen Konzerten, die Ende der 1920er entstanden, eine Neuedition in Angriff.

siehe auch: Zwölftonmusik, Moderne, Musikschule, Streichquartett, Sinfonie, Humor, Sarkasmus

Weblinks

Personendaten
Hindemith, Rudolf
deutscher Komponist und Dirigent
9. Januar 1900
Frankfurt am Main
1974
bei München

Hindemith, Rudolf Hindemith, Rudolf Hindemith, Rudolf Hindemith, Rudolf

See also: Rudolf Hindemith, 1900, 1920er, 1960er, 1974, 1990er, 2. Weltkrieg, 9. Januar, Amar-Quartett