Rudolf von Thadden

Rudolf von Thadden (* 20. Juni 1932 in Trieglaff, Pommern) ist ein deutscher Historiker.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Rudolf von Thadden entstammt dem pommerschen Adelsgeschlecht von Thadden-Trieglaff. Sein Vater Reinold von Thadden-Trieglaff war Gründer und Ehrenpräsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages, seine Tante die 1944 von den Nationalsozialisten hingerichtete Widerstandskämpferin Elisabeth von Thadden. Sein Bruder Franz-Lorenz von Thadden (1924 - 1979) war CDU - Bundestagsabgeordneter (1969 - 1972) und kam 1979 bei einem Flugzeugabsturz in Ecuador ums Leben, wo er als Leiter der Caritas - Überseehilfe Entwicklungsprojekte inspizierte. Sein Stiefonkel Adolf schlug politisch eine andere Richtung ein und wurde 1967 Bundesvorsitzender der NPD, zu deren Gründern er gehörte. Seit 1984 gehört Rudolf von Thadden zum Präsidium des von seinem Vater mitbegründeten Deutschen Evangelischen Kirchentages. Seine Ehefrau Wiebke von Thadden hat sich als Autorin von historischer Jugendliteratur einen Namen gemacht. Beide haben vier Kinder.

Leben

Rudolf von Thadden studierte Geschichte, Theologie und Romanistik in Tübingen, Paris und Göttingen und wurde 1958 in Göttingen zum Dr. phil. promoviert. 1967 folgte ebendort die Habilitation. Im folgenden Jahr erhielt er seine erste Dozentur, eine Lehrstuhlvertretung in Hannover und 1968 folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor an das Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen, wo er bis zu seiner Emeritierung blieb. 1974/75 war er zudem Rektor der Philosophischen Fakultät in Göttingen und gehörte dem Senat der westdeutschen Rektorenkonferenz an.

Deutsch-französische Zusammenarbeit

1983 war der im Rahmen der deutsch-französischen Zusammenarbeit stark engagierte von Thadden als Gastprofessor an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris tätig, wo er zwischen 1989 und 1992 einen weiteren Lehrstuhl innehatte. Von 1985 bis 1994 war er zudem Präsident des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg. Darüber hinaus steht er seit 1994 dem Berlin-Brandenburgischen Institut für deutsch-französische Zusammenarbeit in Europa als Direktor vor und ist seit 1999 im Auftrag der Bundesregierung Koordinator für deutsch-französische Zusammenarbeit. Im Jahre 2000 wurde von Thadden Kommandeur der französischen Ehrenlegion.

Forschungsschwerpunkte

Neben der deutsch-französischen Zusammenarbeit und der französischen Geschichte der Neuzeit bilden vor allem die preußische Geschichte seit dem 17 Jahrhundert, die vergleichende Kulturgeschichte Europas und die Kirchengeschichte die Forschungsschwerpunkte von Thaddens, wobei er letztere vor allem aus dem Blickwinkel der Gesellschaftsgeschichte betrachtet. Neben zahlreichen Werken zu diesen Themen (u.a. sein Standardwerk Fragen an Preußen) verfasste er weitere Schriften zur Geschichte der Hugenotten, des Liberalismus sowie Essays zu Geschichte und Gegenwart. Daneben ist er seit 1997 Herausgeber der Reihe Genshagener Gespräche.

Ehrungen

Mitgliedschaften

Werke (Auswahl)

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Personendaten
Thadden, Rudolf von
Historiker
20. Juni 1932
Trieglaff, Pommern

See also: Rudolf von Thadden, 1932, 20. Juni, Adolf von Thadden, Akademie der Wissenschaften, Bundesverdienstkreuz, Deutschland, Ehrenlegion, Georg-August-Universität Göttingen