Rundfunk der DDR

Der Rundfunk der DDR produzierte die Hörfunkprogramme in der ehemaligen DDR. Sitz des DDR-Rundfunks war ab 1952 das Funkhaus Nalepastraße in Berlin-Oberschöneweide.

Inhaltsverzeichnis

Sender

In den 80er-Jahren sendete der Rundfunk auf fünf Stationen innerhalb der DDR:


Dazu kam der Auslandsender RBI:

Folgende Sender wurden 1971 zur Stimme der DDR vereingt:

Auslandsgeheimsender (1971 eingestellt):

Leitung

s. Staatliches Komitee für Rundfunk

Geschichte

Die erste Radiosendung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde bereits wenige Tage nach Kriegsende am 13. Mai 1945 aus dem alten Berliner Rundfunkgebäude in der Masurenallee (ab Juli britischer Sektor, später Sitz des ehemaligen SFB) ausgestrahlt. Stadtkommandant Nikolai Bersarin hatte am 10. Mai die Wiederaufnahme befohlen. Bersarin handelte nach einem Beschluss der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) vom 8. Mai. Der Berliner Rundfunk ging mit den Worten "Hier spricht Berlin" auf Sendung. Verantwortlich für das Programm war der zur Gruppe Ulbricht gehörende KP-Funktionär Hans Mahle unter Kontrolle der SMAD.

1952 wurde das Staatliche Rundfunkkomitee (mit einem besonderen Intendanzbereich Deutscher Fernsehfunk) als oberstes zentrales Leitungsorgan aller Sender gebildet. Sitz aller Sender war in der Berliner Nalepastraße. In den 1950er Jahren wurden die in das Gebiet der DDR einstrahlenden Westsender gestört, insbesondere die "Feindsender" Deutschlandfunk (Köln) und RIAS (West-Berlin).

Drei Wochen nach dem Bau der Berliner Mauer, am 5. September 1961 begann die verstärkte ideologische Abschottung gegen die "Ochsenköpfe". Die FDJ startete die Aktion "Blitz contra Natosender", dabei wurden von überzeugten Jungsozialisten auf Westempfang gedrehte Rundfunkdachantennen entweder auf Ostempfang gedreht oder zerstört.

Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden die Sender umbenannt, Personal abgebaut und der Sendebetrieb auf Grundlage des Staatsvertrags über den Rundfunk im vereinigten Deutschland zum 31. Dezember 1991 eingestellt.

Die ARD wurde um die beiden ostdeutschen Anstalten ORB (2003 mit dem SFB zum RBB fusioniert) und MDR erweitert. Im Hörfunk entstand aus der Fusion ehemaliger Ostberliner (DS Kultur) und Westberliner Sender (RIAS 1) 1994 das DeutschlandRadio Berlin (heute: Deutschlandradio Kultur).

Das Archivmaterial des DDR-Rundfunks wird heute vom Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) am Standort Babelsberg verwaltet.

Rundfunk der ehemaligen Sowjetunion

Die ehemalige Sowjetunion strahlte für die in der DDR stationierten Sowjettruppen auf der LW-Frequenz 261 kHz unter der Bezeichnung "Radio Wolga" ein russischsprachiges Programm aus. Auf der Mittelwellenfrequenz 1323 kHz sendete der Auslandsdienst. Genutzt wurden Sendeeinrichtungen, die auch vom Rundfunk der DDR mitbenutzt wurden und wie diese von der ehemaligen Deutschen Post betrieben wurden, in Burg bei Magdeburg (Langwelle) und Wiederau (Mittelwelle).

Ab Januar 1989 wurde für den Auslandsdienst der Hochleistungssender in Wachenbrunn benutzt. Der Sender "Radio Wolga" wurde nach dem Abzug der Sowjettruppen abgeschaltet, die LW-Frequenz übernahm - bis zur Betriebsseinstellung Anfang 2000 - Radioropa Info. Es ist geplant auf dieser Frequenz vom Standort Reesen bei Burg ein deutschsprachiges Programm von Europe 1 auf 261 kHz im Digital Radio Mondiale-Modus abzustrahlen. Der Hochleistungssender in Wachenbrunn, der heute Eigentum der Deutschen Telekom ist, wird weiterhin vom russischen Auslandsdienst zur Verbreitung seiner Programme im MW-Bereich genutzt. Inzwischen gibt es noch einen zweiten, allerdings leistungsschwächeren Mittelwellensender in Zehlendorf bei Oranienburg.

Literatur

Siehe auch

Portal Hörfunk, Fernsehen der DDR, Liste von Kulturschaffenden in der DDR

See also: Rundfunk der DDR, 10. Mai, 13. Mai, 1945, 1952, 1961, 1994, 5. September, 8. Mai, ARD