Rutil

Rutil
none|250px|Rutilnadeln in Quarz
Rutilnadeln in Quarz
Chemismus TiO2
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse 4mmm
Farbe meist bräunlich bis rot, auch gelb, bläulich oder violett
Strichfarbe gelb bis braun
Härte 6 bis 6,5
Dichte 4,2 bis 4,3
Glanz Glas-, Diamantglanz
Opazität transparent bis opak
Bruch muschelig, uneben
Spaltbarkeit vollkommen
Habitus nadelig
häufige Kristallflächen ___
Zwillingsbildung ___
Kristalloptik
Brechungsindices ___
Doppelbrechung ___
Pleochroismus ___
optische Orientierung ___
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ ___
weitere Eigenschaften
chemisches Verhalten ___
ähnliche Minerale ___
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus ___
besondere Kennzeichen sehr hohe Lichtbrechung, vergleichbar der von Diamant

Rutil (von lateinisch rutilus:rot) ist ein im tetragonalen Kristallsystem kristallisierendes Oxid-Mineral mit einer Härte von 6 bis 6,5, einer rotbraunen bis schwarzen, manchmal auch gelben, bläulichen oder violetten Farbe und einer meist gelben bis blassbraunen Strichfarbe. Es ist die bedeutendste der drei Modifikationen des Titandioxids TiO2; die beiden anderen sind Anatas und Brookit.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

Rutil kommt sowohl massiv als auch in Form prismatischer Kristalle vor. Man findet ihn auch als feine Nadeln in anderen Mineralen wie Korund oder Quarz, in letzterem Fall wird er auch Venushaar genannt. So genannte Sternensaphire oder Sternenrubine enthalten feine Rutilnadeln, an denen das Licht gebrochen wird; dieses optische Phänomen wird als Asterismus bezeichnet.

Rutil ist in vielen magmatischen Gesteinen als akzessorisches Mineral enthalten, daneben kommt er in metamorphen Gesteinen und in Flusssedimenten vor.

Rutil ist die einzige bei hohen Temperaturen stabile Modifikation des Titandioxid.

Bedeutung als Rohstoff

Rutil ist mit einem Metall-Gehalt von etwa 60 % nach Ilmenit das bedeutendste Titan-Mineral. Künstlich hergestellt kann er als Schmuckstein Verwendung finden.

Titandioxid in der Rutil-Modifikation wird auf Grund der hohen Lichtbrechung als Weißpigment verwendet.

Geschichte

Bis 1795, als seine chemische Zusammensetzung bekannt wurde, wurde Rutil fälschlicherweise für Turmalin gehalten. Er wurde von Abraham Gottlob Werner benannt. Die ersten synthetischen Rutile wurden 1948 produziert.


Siehe auch: Liste von Mineralen

Weblinks

See also: Rutil, 1948, Abraham Gottlob Werner, Akzessorisch, Asterismus, Brechungsindices, Bruch (Mineral), Chemische Formel, Dichte, Doppelbrechung