RWE AG
thumb|Hauptverwaltung in Essen
Die RWE AG, oft kurz mit RWE bezeichnet (bis 1990 noch Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG) ist ein Energieversorgungsunternehmen mit Hauptsitz in Essen.
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Geschichte
Am 25. April 1898 wurde das RWE durch die Elektrizitäts-AG vorm. W. Lahmeyer & Co. und die Deutsche Gesellschaft für elektrische Unternehmungen gegründet, um die Stadt Essen mit Elektrizität zu versorgen. Das erste Elektrizitätswerk wurde auf dem Gelände der Stinnes-Zeche Victoria Mathias errichtet.Im Anschluss expandierte die Gesellschaft rasch durch Abschluss weiterer Versorgungsverträge mit Gemeinden im Ruhrgebiet und im Rheinland.
1902 erwarben August Thyssen und Hugo Stinnes mittels eines von ihnen geführten Konsortiums unter Beteiligung der Deutschen Bank, der Dresdner Bank und der Disconto-Gesellschaft die Mehrheit am RWE. Zur Finanzierung des Wachstums sowie zur Erlangung von Konzessionen und Genehmigungen organisierte Stinnes das RWE als gemischtwirtschaftliches Unternehmen mit privaten und kommunalen bzw. staatlichen Anteilseignern.
Insbesondere für Stinnes, der von 1903 - 1924 Vorsitzender des Aufsichtsrats war, stellte die RWE das Kernstück seines Firmenimperiums dar. Durch eine aggressive Akquisitionspolitik und zahlreiche Gründungen von Elektrizitätswerken und Versorgungsunternehmen expandierte die RWE unter ihren Vorständen Alfred Thiel (Vorstand 1902-1930) und Bernhard Goldenberg (Vorstand 1904-1917) schnell zu einem der größten deutschen Energieunternehmen. Nach dem Tode Goldenbergs wurde Arthur Koepchen Vorstand des Unternehmens.
2000 fusionierte das RWE mit seinem historischen Widersacher Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen. Gleichzeitig wurden die Vorzugsrechte kommunalen Anteilseigner erworben. In den letzten Jahren hat sich die RWE zu einem weltweit tätigen "Multi Utility"-Unternehmen gewandelt, das neben Energie und den hierzu gehörenden Rohstoffen auch im Bereich Wasserversorgung und Entsorgung tätig ist. Gleichzeitig trennte sich die RWE von zum Teil langjährigen Finanzbeteiligungen an Unternehmen wie Hochtief und Heidelberger Druckmaschinen.
Ende 2004 wurde das RWE im Rahmen der sogenannten RWE-Affäre wegen seiner Lobbyismus-Praktiken öffentlich stark kritisiert.
Ausgewählte Akquisitionen
- AG für Gas und Elektricität, Köln, 1906
- Bergisches Elektrizitätswerk GmbH, Solingen, 1906
- Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Darmstadt, 1909
- Johann Wülfing & Sohn, Lennep, 1911
- Elektrizitäts-AG vormals W. Lahmeyer & Co, Frankfurt am Main, 1923
- Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation, Köln, 1932
- Lausitzer Braunkohle Aktiengesellschaft, Senftenberg, 1994
- Trienekens GmbH, Viersen, 1997
- VEW AG, Dortmund, 2000
- Thames Water, London, 2001
- STOEN S.A., Warschau, 2002
- American Water Works, Vorhees / New Jersey, 2003
Konzernstruktur
Vorstandsvorsitzender ist Harry Roels, weitere Vorstände sind Dr. phil. Klaus Sturany, Jan Zilius Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Friedel Neuber starb im Oktober 2004. Als Nachfolger ist Thomas R. Fischer, Vorstandsvorsitzender der WestLB gewählt.
Die Konzernstruktur umfasst die Bereiche
- RWE Power AG als Bereich der Energiegewinnung und Rohstoffversorgung, vorwiegend in Deutschland. Hierzu gehören Beteiligungen und Tochtergesellschaften wie Rheinbraun, Harpen AG, RWE Dea AG und RAG.
- RWE nPower als Bereich für Stromerzeugung und -vertrieb in UK.
- RWE Thames Water als Bereich Wasserversorgung und -entsorgung, insbesondere in UK und USA.
- RWE Energy als Vertriebs- und Netzgesellschaft für Strom, Gas und Wasser in Kontinentaleuropa.
- RWE Systems als zentrales Dienstleistungsunternehmen.
- RWE Trading als Energie-Handelshaus.
Bemerkenswerte Anlagen
Elektrizitätswerke
- Kernkraft
- Kernkraftwerk Biblis
- Kernkraftwerk Emsland, Lingen (Ems)
- Kernkraftwerk Gundremmingen
- Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich
Kohleveredlungsbetriebe
- Kohleveredlungsbetrieb Ville/Berrenrath
- Kohleveredlungsbetrieb Frechen
- Kohleveredlungsbetrieb Fortuna-Nord
Leitungen
- Nord-Süd-Leitung
- Tragmaste der Rheinquerung Voerde (Baujahr 1926, Höhe 138 Meter)
- Maste der Rheinquerung Duisburg-Rheinhausen (Baujahr 1926, Höhe: 118,8 Meter)
Tagebaue
Siehe auch: Personen
Siehe auch
Literatur
- Lutz Mez und Rainer Osnowski: "RWE - Ein Riese mit Ausstrahlung", Kiepenheuer & Witsch, Köln, Oktober 1996, ISBN 3462025503
Weblinks
- www.rwe.com - offizielle RWE-Homepage
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