SA-Standarte "Feldherrenhalle"

Die SA-Standarte "Feldherrenhalle" wurde im Jahre 1934 von Viktor Lutze als SA-Wachstandarte München begründet.

Geschichte

Als Viktor Lutze am 1. Juli 1934 von Adolf Hitler zum neuen Stabschef der SA ernannt wurde, war eine seiner ersten Tätigkeiten die Schaffung einer kasernierten SA. SS-gleich wurden nur ausgesuchte Freiwillige in diese aus sechs Sturmbannen bestehende Elite-SA aufgenommen. Diese Sturmbanne waren mit den Standorten Berlin, München, Hattingen, Krefeld, Stettin und Stuttgart über das ganze Deutsche Reich.

Die Standarte sollte das Stamm- und Führungs-Korps der zukünftigen SA-Führer bilden. Wer zu ihr gehörte, besaß das Recht, Waffen zu tragen. Damit ist diese Standarte als Gegenstück zur SS-VT zu betrachten. Gleich der SS-VT galt der Dienst in dieser Elite-SA seit dem 1. August 1935 als Ableistung der Allgemeinen Wehrpflicht.

Ursprüngliche Aufgabe der einstigen SA-Wachstandarte war die Ehrenwache am NSDAP-Ehrenmal an der Feldherrenhalle.

Zu Hermann Görings Geburtstag wurde diese Wachstandarte am 12. Januar 1937 in SA-Standarte "Feldherrenhalle umbenannt und SA-Chef ernannte den SA-Obergruppenführer Göring zum "SA-Ehrenstandartenführer".

Göring nahm den Ehrentitel an und entzog nur vier Wochen später Viktor Lutze die Kontrolle über die Einheit: Die SA-Standarte wurde zum Missfallen der SA-Führung der Luftwaffe Görings unterstellt.

Nach außen erfüllte die Standarte weiterhin ihre SA-Rolle, wurden aber nun militärisch ausgebildet - auch im Fallschirmspringen. Die Angehörigen der SA-Standarte "Feldherrenhalle" hatten nun eine doppelte Ausrüstung: Beim Ehrendienst am Mahnmal der Feldherrenhalle trugen sie weiterhin die SA-Uniform, ansonsten die blau-graue Uniform der Luftwaffe.

Im Oktober 1938 wurde die SA-Standarte in Alarmbereitschaft versetzt, aber das Sudetenland war so schnell besetzt, dass der Einsatz nicht erforderlich wurde.

1939 wurde mit Kriegsausbruch die SA-Standarte in das neu aufgestellte Fallschirmjäger-Regiment 2 und in das Infanterie-Bataillon "Feldherrenhalle" des Heeres-Infanterie-Regimentes 271 zugeordnet.

Die Fallschirm- und Luftlandetruppen der Standarte zeichneten sich in Holland, in Skandinavien und in Kreta aus. Danach wurde sie in Russland eingesetzt. Dort wurde die zur Standarte gehörende Kompanie "Horst Wessel" bis zum letzten Mann aufgerieben. Ihre Todesverachtung kam jener der Waffen-SS gleich.

Am 9. August 1942 erfuhr die SA eine besondere Ehrung: Adolf Hitler ernannte das Infanterie-Regiment 271, zu dem auch das Bataillion "Feldherrenhalle" gehörte, zum Grenadier-Regiment "Feldherrenhalle". Dieses Regiment sollte am 20. Juni 1943 die in Stalingrad vernichtete 60. motorisierte Infaterie-Division ersetzen und wurde deshalb in eine Panzergrenadier-Division eingegliedert.

Die SA-Standarte "Feldherrenhalle" war bis Kriegsende kein Feldzeichen des Heeres, aber es bestanden enge personelle Verbindungen zum Infanterie-Regimentes 271, mit dem Infanterie-Bataillon "Feldherrenhalle" und später mit der gleichnamigen Panzergrenadier-Division.

Die SA-Standarte wurde bei Paraden der Heereseinheit gleich ihrem eigenen den Truppen vorangetragen, es kam aber auch vor, dass die SA-Standarte "Feldherrenhalle" das Standartenbegleitkommando stellte.

See also: SA-Standarte "Feldherrenhalle", 1. August, 1. Juli, 12. Januar, 1934, 1935, 1937, 1938, 1939, 1942