Saat-Hafer

Saat-Hafer
none|270px|Saat-Hafer (Avena sativ)Saat-Hafer (Avena sativ)
Systematik
Unterklasse: Commelinaähnliche
(Commelinidae)
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Hafer (Avena )
Art: Saat-Hafer (Avena sativ)

Saat-Hafer (Avena sativa L.) ist eine Getreideart.

Die Bestandteile von Avena sativa sind:

und sonst noch pflanzliches Eiweiß, Phytosterine, Alkaloide, Provitamin A, Vitamine B1, B2, B6, Pantothensäure, Niacin, Biotin, Folsäure, Kieselsäure, Linolsäure, diverse Mineralstoffe und Spurenelemente. Von allen gängigen Getreidearten enthält er den höchsten Mineralstoffgehalt. Der hohe Eisengehalt ist vergleichbar mit vielen Fleischsorten.

Inhaltsverzeichnis

Anbau

Produktionsmengen (2004):

(Quelle: Statistik der FAO

Die Pflanze ist ein einjähriges Rispengras (Grasgattung) mit einer 15 bis 30 cm langen, allseits wendigen Rispe (Blütenstand), die zum Teil wiederum verzweigte Rispen trägt, die sich sanft nach unten neigen. An der Spitze tragen die Rispen Ährchen mit 2 bis 3 Blüten, von denen meist nur zwei fruchtbar sind. Hafer ist ein Selbstbestäuber. Die spindelförmigen Körner sind bei der Reife mit der kurzbegrannten Deckspelze und der Vorspelze fest verwachsen. Die Spelzen umgeben das eigentliche Korn.

Der Hafer benötigt ein feuchtkühles Klima und regelmäßige Wasserversorgung. Seine Ansprüche an den Boden sind bescheiden.

Verarbeitung

Soll Hafer zur menschlichen Ernährung verwendet werden, so werden zunächst die Spelzen mit einem Prallschäler entfernt und mit einem Steigsichter abgetrennt. Anschließend werden die Körner gedämpft und wieder gedarrt (getrocknet), um ein Ranzigwerden aufgrund des hohen Fettgehaltes (ca. 5 %) zu verhindern. Dann werden die Körner entweder zu Grütze geschnitten und/oder in einem Flockierwalzwerk/Flockenstuhl zu Flocken gequetscht.

Gesundheitliche Bedeutung

Hafer fördert Wachstum, den allgemeinen organischen Aufbau, die Festigkeit der Knochen sowie die Blutbildung. Er wird auch als Kindernährmittel und nach Magen- und Darmoperationen eingesetzt. Die besondere Bekömmlichkeit und leichte Verdaubarkeit von Hafereiweiß und -fett spielen hierbei eine große Rolle.

Bei Nierenerkrankungen, Kreislauferkrankungen und Zwölffingerdarmerkrankungen. Hafer beruhigt das Herz. Die Pflanze ist auch gut gegen Müdigkeit. Der regelmäßige Genuss von Hafer bzw. Haferkleie, z.B in Form von Haferflocken, kann den Cholesterinspiegel des Blutes senken. Haferstrohbäder helfen gegen Hautverletzungen und gegen Hexenschuss; Haferstroh wird auch als Streu für Tiere genutzt. Haferextrakte oder Hafersaft wird auch in der Raucherentwöhnung verwendet. Und Hafer ist auch ein wertvolles Tierfutter bei Pferden und Geflügel. Produkte des Hafers sind Stroh, Haferflocken, Hafermilch, Hafermehl, verschiedene Extrakte für die Medizin und Furfural, eine Chemikalie, die aus den Spelzen gewonnen wird.

Geschichte

Der früheste Nachweis für den Haferanbau ist durch die bronzezeitlichen Pfahlbausiedlungen in der Schweiz belegt. Bereits Germanen schätzten den Hafer. Durch seine Vitamine und Mineralstoffe verlieh er ihnen Kraft, mit der sie den Römern das Fürchten lehrten. Die Römer bezeichneten die Germanen als "Haferfresser". Heute findet man noch in deutschen Familiennamen die Silbe 'Hafer'. Das deutet darauf hin, dass der Hafer für unsere Vorfahren eine wichtige Rolle gespielt hat.

Der Hafer ist als Unkraut aus der eurasischen Urheimat nach Mitteleuropa gekommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Anbau zurückgegangen, zum Teil wegen der Motorisierung, die Zugpferde (als Haferkonsumenten) mehr und mehr überflüssig machte und damit die Nachfrage senkte. In den letzten Jahrzehnten nahm die Produktion wieder zu, da der Reitsport an Popularität gewonnen hat.



Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

See also: Saat-Hafer, Alkaloid