Saint-Malo

Saint-Malo ist eine Stadt in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs im Département Ille-et-Vilaine (35). Sie ist berühmt wegen ihres historischen Stadtkerns und ihren Festungsanlagen, deswegen ist sie einer der meistbesuchten Touristenorte Frankreichs. thumb|Sicht auf Saint Malo bei Ebbe thumb|Blick von der Stadtfestung auf das Meer

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Saint Malo (48°38' N, 2°0' W) liegt an der Smaragdküste (Côte d'Émeraude) im Norden der Bretagne an der Mündung des Flusses Rance, gegenüber dem Badeort Dinard. Der historische Stadtkern "intra muros" macht etwa 20% der Gesamtfläche der Stadt aus und wird von drei Seiten vom Wasser umspült. In der Bucht von Saint Malo kann man die größten Gezeitenunterschiede Europas bestaunen: bis 12m Differenz zwischen Ebbe und Flut. Drei der vorgelagerten Inseln Grand Bé, Petit Bé sowie das Fort National (Festungsbau durch Vauban 1689) sind daher bei Ebbe zu Fuß erreichbar. In der Flussmündung befindet sich das größte Gezeitenkraftwerk der Welt.

Geschichte

Ursprung der Stadt, die laut Tourismuswerbung auf eine "ruhmreiche Vergangenheit" zurückblickt, war die gallo-römische Siedlung Aleth, die auf einer Halbinsel, dem heutigen Stadtteil St. Servan vorgelagert war. Lange schützte die strategisch günstige Lage die Bewohner vor Eindringlingen. Im 6. Jahrhundert begann der walisische Mönch Maklou, dessen Name im Französischen zu Malo wurde, mit der Missionierung der Einwohner.

Allmählich begann die Siedlung zu wachsen und sich auf das benachbarte Festland auszudehnen. Der Schutzheilige und damit Namesgeber des neuen Stadtteiles wurde der Heilige Servan. Im 12.Jh. verstärkte sich der Druck auf die Siedlung durch Überfälle der Normannen immer mehr. Die nördlich gelegene Insel, heute "Intra muros", schien den nötigen Schutz zu bieten. 1142 siedelte auch der Bischof auf die Insel und errichtete dort einen Dom. In den folgenden Jahren begann der Bau einer mächtigen Wehrmauer, die der Stadt, jetzt Saint-Malo genannt, lange Zeit Sicherheit und Unabhängigkeit bot.

Seine Blütezeit erreichte Saint Malo im 16. Jahrhundert. Durch Fischfang und Handel erlangte Saint Malo Wohlstand. 1590 wurde gar eine eigene Republik ausgerufen. Gefürchtet war Saint Malo bei holländischen und englischen Handelsschiffen, war die Stadt doch die Heimat wilder Korsaren, allen voran Robert Surcouf, der mit seinem schnellen und wendige Schiff "Renard" (Fuchs) auf Beutezug ging. Er war dabei so erfolgreich, dass er sich mit 35 Jahren zur Ruhe setzen konnte.

Im August 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie, wurde Saint Malo zu etwa 75% durch einen Brand zerstört. Im Gegensatz zu anderen stark zerstörten Städten bemühte sich Saint Malo aber um einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau, der auch sehr gut gelang. Man stützte sich dazu auf alte Pläne und Abbildungen der Stadt.

Saint-Malo heute

Heute hat Saint-Malo ca. 52700 Einwohner und ist neben einem Touristenort auch ein wichtiges Industriezentrum. Die Industriebetriebe befinden sich aber alle "extra muros".

Im Wappen der Stadt befindet sich ein Hermelin, sowie der Wahlspruch der Stadt "semper fidelis" (immer fröhlich). Da die Einwohner von Saint-Malo sehr stolz auf ihre Stadt sind, lautet ihr Leitspruch: "ni français, ni breton, malouin je suis" (weder Franzose, noch Bretone, Einwohner von Saint-Malo bin ich).

Berühmte Söhne

Weblinks

See also: Saint-Malo, 1750, 6. Jahrhundert, Berlin, Bertrand François Mahé de La Bourdonnais, Bretagne, Claude Grosjean, Dinard, Frankreich, François-René de Chateaubriand