Salmonellose
Eine Salmonellose ist eine durch Salmonellen verursachte Infektionskrankheit. Sie entsteht durch die Aufnahme der Bakterien mit verunreinigter Nahrung und ist eine häufige Lebensmittelvergiftungsform. Die Erreger sind in tierischen Produkten (Fleisch, Milch, Eier, Muscheln, etc.) zu finden, bei denen die Tiere infiziert waren. Darüber hinaus können die Erreger auch bei der Schlachtung und Verarbeitung durch mangelhafte Hygiene und durch Salmonellenausscheider im Personal auf das Lebensmittel übertragen werden. Auch das Trinkwasser kann durch den Kot von infizierten Tieren die Erreger enthalten. Die notwendige Infektionsdosis für einen erwachsenen Menschen liegt bei 100 (Typhus) bis 1.000.000 Exemplaren der Einzeller je Milliliter. Jährlich erkranken schätzungsweise 40.000 Menschen in Deutschland an einer Salmonelleninfektion; 100 bis 200 davon sterben. Problematisch ist zu sehen, dass man durch bestimmte Salmonellenstämme zum Dauerausscheider werden kann.
Die Symptome einer Salmonelleninfektion sind Erbrechen und Durchfall. Diese können einige Stunden bis drei Tage nach dem Verzehr des befallenen Lebensmittels auftauchen (Symptome S. typhi siehe unter Typhus).
Im April 2004 wurde die Unterart Salmonella choleraesuis entdeckt, die gegen die meisten bisher verfügbaren Antibiotika resistent ist. Eine Infektion mit diesem sehr virulenten Erreger kann tödlich verlaufen.
Vorbeugung: Salmonellen vermehren sich bei Temperaturen von 10 bis etwa 50 ° Celsius. Die Lagerung von rohen Lebensmitteln im Kühlschrank (bei ca. 7° Celsius) verhindert ein übermäßiges Ausbreiten der Erreger. Salmonellen werden nur sicher abgetötet, wenn im Inneren des Lebensmittels für mindestens 10 Minuten Temperaturen von über 70° Celsius erreicht werden. Salmonellen vermehren sich zwar nicht bei der Tiefkühllagerung, sie überleben diese Temperaturen aber. Deshalb muss bei besonders gefährdeten Lebensmitteln wie Geflügel die Auftauflüssigkeit weggeschüttet werden.
Nachweis
- Blutkultur (erste Woche nach der Infektion)
- Antikörpersuchtest aus dem Serum (zweite Woche)
- Anzucht aus Stuhl (dritte Woche)
Differenzierung
Aus Stuhl isolierte Keime können auf zwei Selektivnährmedien zu Shigellen und Proteus abgegrenzt werden:
- Xylose-Lysin-Desoxychlorat-Agar
- Hectoen-Agar
Die Identifizierung des Subtyps erfolgt über die Gruber'sche Antigenanalyse, nachdem die isolierten Keime zunächst mit einer omnivalenten Antikörper-Suspension (Typhus-Paratyphus-Enteritidis-Serum, kurz: TPE-Serum) vorgetestet wurden, folgen gruppenspezifische Antikörper-Suspensionen und zuletzt monospezifische Antikörper. Schrittweise lässt sich so der Erreger in das Kaufmann-White-Schema einordnen, was für epidemiologische Aspekte sinnvoll ist. Als Parameter für die Einteilung werden die O-Antigene (somatische Antigene), die spezifisch für jeden Subtyp sind, herangezogen.
