Sampling (Musik)

In der Musik bezeichnet Sampling den Vorgang, einen Teil einer Musikaufnahme (ein Sample; engl. für "Auswahl" / "Beispiel") in einem neuen musikalischen Kontext zu verwenden. Dies geschieht heutzutage in der Regel mit einem Sampler, d.h. indem das Sample digitalisiert wird und so leicht (z.B. mit einem Sequenzer) weiterverarbeitet werden kann. (siehe auch Computersample).

Das Sampling ist eine häufig verwendete Technik der gegenwärtigen Popmusik: Insbesondere im HipHop und in elektronischen Musikrichtungen wie Trip Hop, Drum and Bass, Big Beat und House werden häufig Samples verwendet. Sampling wird aber auch von vielen Musikern, vor allem Keyboardern, in fast allen Musikstilen verwandt, da hiermit z.B. auch die fast originalgetreue Nachahmung von Naturinstrumenten möglich ist (z.B. mit Bläser- oder Streichersamples).

Inhaltsverzeichnis

Technik des digitalen Samplings

Klänge einer Klangquelle, etwa von einem Mikrofon oder CD-Player, werden in sehr kurzen Zeitabständen als Daten (Samples) digital gemessen, das Ergebnis (sozusagend eine Reihe von Messergebnissen) lässt sich wieder abspielen (wobei die Daten wieder in analoge Wellenformen verwandelt werden) oder als Datei speichern.

Die Klänge werden dann mit einem Sampler als so genannte Samples in den Speicher eines Rechners geladen, um sie dort unter Umständen zu modifizieren.
Die Länge eines Samples variiert (meist) zwischen einer Note, beispielsweise ein einzelner Schlagzeugsound oder ein Gesangsschnipsel; und bis zu mehreren Takten eines Stückes (auch ein Musikstück auf einer CD stellt nichts anderes als ein sehr langes Sample dar).

Das so aufgenommene Sample wird entweder in ein bestehendes Musikstück integriert oder dient als Endlosschleife (Loop) als Grundgerüst für ein neues Stück. Es ist beispielsweise möglich, den gesamten Tonumfang eines Musikinstruments zu samplen und es dann (z.B. per MIDI-Keyboard) zu spielen, ohne es tatsächlich zu besitzen. Da allerdings der Gesamtklang von natürlichen Instrumenten (v.a. Klavier) i.d.R. aus mehr als der Summe der Einzeltöne besteht, stößt Sampling hier an seine Grenzen. Häufig wird daher versucht, dieses Manko durch andere ergänzende Klangerzeugungsmethoden auszugleichen (z.B. Physical Modeling zur Nachbildung von Gehäuseresonanzen u.ä.).

Um mit Samples zu arbeiten benötigt man einen Sampler. Ein Sampler kann sowohl als ein physisches Gerät (zum Beispiel eine Soundkarte im Computer, oder ein Sampler als eigenständiges Gerät) wie auch als reine Software (Softwaresampler) auftreten.

Die Klangqualität hängt ab von der Samplingrate.

Geschichte

Historisch beginnt die Verbreitung des Sampling in der populären Musik mit der Verfügbarkeit erschwinglicher Technik Mitte der 80er Jahre. Die Firma Casio stellt das Samplingkeyboard SK-1 vor, welches erstmals (noch in 8 Bit) ermöglicht, 2-3 Sekunden lange Klänge aufzunehmen und in allen Tonhöhen wieder abzuspielen. Besonders in der Pop-Musik und beim Hip-Hop (MPC) erfreut sich die Technologie bald grosser Beliebtheit. Der 16 Bit-Standard ist Mitte der Neunziger professionell üblich. Genres wie Drum'n'Bass, Breakbeat, House oder Triphop basieren fast vollständig auf den neuen Möglichkeiten, die Sampler wie die der Firmen Akai, Roland, Emu oder Korg Musikern nun verschaffen. Schallplattensammlungen dienen als Fundus auf der Suche nach der idealen Loop. Die Tracker-Szene nutzt vorhandenen PC, Soundkarte und Software sowie Sample-Cds, um Ähnliches zu tun. In der Studiotechnik professioneller Musikstudios hält Ende der Neunziger die digitale Aufnahmetechnik endgültig Einzug, Bandmaschinen findet man heute kaum noch. Es gibt heute wenige Musikstücke, die nicht digital (z.B. per DAT-Tape) aufgenommen, bearbeitet und abgemischt werden, auch in der Rock-Musik ist diese Technik heute Standard.

Verwendung

Musiker oder Produzenten, die als erste Sampling einsetzten sind u.a.

Weblinks

See also: Sampling (Musik), Akai MPC 60, Analog, Big Beat, Blasinstrument, Breakbeat, CD-Player, Casio, Computer, Computersample