São Tomé und Príncipe

150px|Flagge von São Tomé und Príncipe
(Details) (Details)
Amtssprache Portugiesisch
Hauptstadt São Tomé
Staatsform Präsidiale Demokratie
Präsident Fradique de Menezes
Regierungschef Maria do Carmo Silveira
Fläche 1.001 km²
Einwohnerzahl 181.565 (Stand Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 181 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit von Portugal am 12. Juli 1975
Währung Dobra (STD)
Zeitzone UTC
Nationalhymne Independência total
Kfz-Kennzeichen STP
Internet-TLD .st
Vorwahl + 239
Karte Afrikas, São Tomé und Príncipe hervorgehoben
Karte von São Tomé und Príncipe

Der Inselstaat São Tomé und Príncipe liegt im Golf von Guinea etwa 200 km vor der Küste Afrikas westlich vor Äquatorialguinea und Gabun.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Kolonialzeit

Nach der Entdeckung der Inseln durch die Portugiesen im Jahre 1472 erfolgte 1485 die Gründung der ersten portugiesischen Niederlassung. Einerseits dienten die Inseln als Umschlagplatz für den Sklavenhandel zwischen Afrika, Portugal, Brasilien und den karibischen Inseln, andererseits siedelte Portugal von der Inquisition ausgewiesene portugiesische Juden und Strafgefangene an. 1572 wurde São Tomé und im Folgejahr dann auch Príncipe direkt der portugiesischen Krone unterstellt. In der Folgezeit bildete sich eine Plantagenwirtschaft mit wechselnden Monokulturen aus, zunächst im 16. bis 18. Jahrhundert Zuckerrohr, dann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Kaffee und schließlich seit etwa 1850 Kakao, Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Inseln sogar der größte Kakaoproduzent der Welt.

Mit der Gründung verschiedener Befreiungsbewegungen ausserhalb des Landes begann das Ende der Kolonialzeit. In Libreville, Gabun wurde 1950 eine Befreiungsbewegung von Studenten gegründet, 1960 in Ghana dann Gründung des Comité de Libertaçao de São Tomé e Príncipe (CLSTP) als Vorläufer der MLSTP (Movimento de Libertaçao de São Tomé e Príncipe) (ab 1972). 1974, nach der Nelkenrevolution in Portugal wurde die MLSTP als legitime Vertretung anerkannt was dann schliesslich 1975 zur Entlassung in die Unabhängigkeit führte. Die MLSTP beherrschte das Land als Einheitspartei die ersten 15 Jahre nach dem Ende der Kolonialzeit.

Nachkoloniale Geschichte

Unabhängigkeit von Portugal am 12. Juli 1975

1991 wird Miguel Tovoada zum Präsidenten des Landes gewählt.

1995 kommt es zu einem Putsch. Die folgenden Regierungen zeichnen sich nicht durch Stabilität aus.

Am 5. Januar 1999 wird Guilherme Posser da Costa zum Ministerpräsidenten ernannt. Allerdings bringen Korruptionsskandale, in denen gefälschte Schatzbriefe im Wert von 500 Mio. US-Dollar die Hauptrolle spielen, die Regierung schnell in Bedrängnis. Im März 1999 treten der Finanzminister sowie der Präsident der Zentralbank zurück.

Im August 2001 wird Fradique De Menezes zum Präsidenten gewählt.

Militärputsch 2003

Am 16. Juli 2003 kommt es zu einem Militärputsch unter Führung von Major Fernando Pereira. Der Präsident Fradique De Menezes befindet sich zu dieser Zeit auf Staatsbesuch in Nigeria, daher werden von den Putschisten nur die Premierministerin sowie einige andere Minister festgenommen. Schon am nächsten Tag kündigen die Putschisten eine Übergangsregierung und Neuwahlen an. Als Grund für den Putsch wurde von den Putschisten die unsichere politische Lage auf der Insel angegeben, die durch Ölfunde einige Jahre zuvor und die dadurch entstandene Streitereien entstanden war. Nach acht Tagen wird der Militärputsch auf Druck der internationalen Gemeinschaft unblutig beendet. In einem "Memorandum of Understanding" wird eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an wichtigen Regierungsentscheidungen zugestanden. Es kommt zu einer Regierungsumbildung unter Verbleib der Premierministerin, aber Auswechslung von sieben Ministern.

Aktuell

Im September 2004 kommt es erneut zu einer Regierungsumbildung nach einem Bestechungsskandal, in den die Premierministerin und weitere Minister verwickelt waren.

Politik

Die Republik besteht seit der Unabhängigkeit 1975 mit einer Verfassung von 1990.

Das Parlament (Assembléia Nacional) hat 55 Mitglieder die auf vier Jahre gewählt werden (Daten von 2000). Der Präsident wird alle fünf Jahre gewählt. Wahlrecht hat jeder Bürger über 18 Jahren.

Geographie

São Tomé und Príncipe ist der kleinste Staat Afrikas, über 90% der Einwohner leben auf der südlichen, grösseren Insel São Tomé, die 48 km lang und 32 km breit ist. Sie ist die gebirgigere der beiden Inseln. Die höchste Erhebung ist 2024 m hoch. Auf São Tomé liegt die gleichnamige Hauptstadt. Die nördlichere, kleinere Hauptinsel Príncipe, ist etwa 16 km lang und 6 km breit, die höchste Erhebung der Insel Principe misst 927 Meter.

Beide Inseln sind Teil einer durch vulkanische Aktivitäten entstandenen Gebirgskette, jedoch gibt es dort keine aktiven Vulkane mehr.

Die südliche Spitze São Tomés reicht an den Äquator.

Die Städte und Orte auf der Insel São Tomé sind:

Orte auf Príncipe

Wirtschaft

Der Inselstaat exportiert fast nur Kakao (Anteil 2001: 93 %). Exporten im Wert von 3 Millionen US-Dollar standen 2001 Importe im Wert von 24 Millionen Dollar gegenüber. Importiert werden, unter anderem aus Portugal und Frankreich, Nahrungsmittel und lebende Tiere (30 %), Kapitalgüter (21 %) und Brennstoffe (11 %). Wichtigstes Exportland sind die Niederlande. Die Auslandsverschuldung lag 2001 bereits bei 313 Millionen US-Dollar, also der Wirtschaftsleistung von über 7 Jahren. Dies beinhaltet allerdings bereits nachgelassene Schulden in Höhe von 200 Millionen Dollar. Die Inflationsrate belief sich 2001 auf 8,6 %.

Gesellschaft

Das Bevölkerungswachstum liegt bei etwa 3%, die Säuglings- und Kindersterblichkeit bei 6% bzw 7,7%. Die Lebenserwartung beträgt 64 Jahre.

Neben der Amtssprache Portugiesisch, die gleichzeitig als Lingua Franca fungiert, werden auf den Inseln noch verschiedene auf dem Portugiesischen und westlichen Bantu-Sprachen basierende Kreolsprachen gesprochen: Saotomense (70 000), Principense (1 500) und Angolar (5 000).

Weblinks

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See also: São Tomé und Príncipe, 12. Juli, 1472, 1485, 1572, 16. Juli, 1850, 1950