Sarbanes-Oxley Act
Der Sarbanes-Oxley Act of 2002 - (SOX) benannt nach seinen Verfassern, dem Senator Paul S. Sarbanes (Democrates) und dem Abgeordneten Michael Oxley (Republican) ist ein US-Gesetz zur Verschärfung der Rechnungslegungsvorschriften in Folge der Bilanzskandale von Unternehmen wie Enron oder Worldcom. Ziel des Gesetzes ist es, das Vertrauen der Anleger in die Richtigkeit der veröffentlichten Finanzdaten von Unternehmen wiederherzustellen. Das Gesetz gilt für inländische und ausländische Unternehmen, die an US-Börsen oder der NASDAQ gelistet sind, sowie für ausländische Tochterunternehmen amerikanischer Gesellschaften.
Im Rahmen der Section 404 des Sarbanes-Oxley Acts müssen Unternehmensprozesse beschrieben, definiert und Kontrollverfahren festgelegt werden, die das Risiko eines falschen Bilanzausweises minimieren sollen. Dies führt zu weitreichenden Konsequenzen im Bereich der Corporate Governance.
Der Sarbanes-Oxley Act wurde am 30. Juli 2002 von Präsident George W. Bush unterschrieben und trat am selben Tag in Kraft.
Am 02. März 2005 entschied die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC), ausländischen Unternehmen, die an US-Börsen gelistet sind, einen Aufschub von einem Jahr für die Erfüllung der Section 404 des Sarbanes-Oxley Acts zu gewähren. Somit müssen diese Unternehmen die entsprechenden Anforderungen erst für jene Geschäftsjahre erfüllen, die nach dem 15. Juli 2006 enden.
Inhalte:
- Schaffung einer Aufsichtsbehörde über die Wirtschaftsprüfer: Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB)
- Regelungen zur Unabhängigkeit und verschärften Haftung von Wirtschaftsprüfern (Rotation der Audit Partner, Interessenskonflikte, etc.)
- Neuregelung der Verantwortlichkeiten von Managern des börsennotierten Unternehmens
- Erweiterte finanzielle Offenlegungspflichten (z.B. über das interne Kontrollsystem)
Auf internationaler Ebene diskutiert wurden mögliche Konflikte des Sarbanes-Oxley Acts mit nationalen Vorschriften, so sieht der Sarbanes-Oxley Act beispielsweise die Individualhaftung von Vorstandsmitgliedern vor, die im deutschen Recht nicht verankert ist. Darüber hinaus verlangt der Sarbanes-Oxley Act z.T. von Rechtsanwälten Handlungen und Verhaltensweisen, die in Deutschland als Parteiverrat oder Bruch der Verschwiegenheitspflicht zu standes- oder gar strafrechtlichen Sanktionen führen können. Wie diese Konflikte gelöst werden können, ist größtenteils noch ungeklärt.
Weblinks
- Gesetzestext (englisch)
- Gesetzestext PDF (englisch)
- Sarbanes-Oxley Forum (englisch)
- PCAOB (englisch)
Kategorie:US-amerikanisches Gesetz
