Sattelschlepper
Als Sattelschlepper bezeichnet man umgangssprachlich ein Gespann aus Sattelzugmaschine und Sattelauflieger. In Österreich lauten die entsprechenden Begriffe Sattelkraftfahrzeug beziehungsweise Sattelzugfahrzeug und Sattelanhänger.
thumb|259px|Sattelzug thumb|259px|Sattelkupplung an der Zugmaschine
Die Sattelzugmaschine ist ein von normalen Lkw abgeleitetes Fahrzeug, das anstelle einer Ladefläche eine Sattelkupplung aufweist. Diese Sattelkupplung besteht aus einer Platte mit eingebautem Schließmechanismus, auf welcher der Sattelauflieger aufliegt und in die der Königszapfen des Aufliegers gekuppelt wird. Damit ist der Sattelaufleger mit dem Sattelzugfahrzeug drehbar verbunden.
Eine Sattelzugmaschine hat meist ein kürzeres Fahrgestell als ein vergleichbarer LKW. Sattelzugmaschinen haben keine Ladefläche und zählen daher nicht zu den Lastkraftwagen, sondern bilden eine eigene Fahrzeugkategorie.
Von der Zugmaschine wird der Auflieger, ähnlich dem Anhänger, mit der notwendigen Druckluft für die Bremsanlage und dem elektrischen Strom für die Fahrzeugbeleuchtung versorgt.
Alle namhaften Lkw-Hersteller haben Zugfahrzeuge im Angebot.
Sattelauflieger nennt man auch Sattelaufleger, Sattelanhänger oder Trailer.
Die Last des Aufliegers wird dabei nur zum Teil über die Räder direkt auf die Straße übertragen, den anderen Teil übernimmt die Sattelkupplung am Zugfahrzeug.
Während das Sattelzugfahrzeug sehr kurz gebaut ist, kann der Auflieger dementsprechend länger sein. Der Auflieger hat üblicherweise 1 - 3 Achsen, die nicht angetrieben sind. Eine kann davon wie beim LKW eine Liftachse sein. Die Druckluftbremsen werden ähnlich einem LKW-Anhänger vom Zugfahrzeug aus über Schlauchleitungen betätigt.
Beim Absatteln wird der Auflieger auf zwei Sattelstützen gestellt, die heruntergekurbelt werden. Man kann diese Stützen mit einer Kurbel über eine Zahnstange in der Höhe verstellen. Eine andere beliebte (und kraftsparende) Möglichkeit besteht darin, bei Zugfahrzeugen mit Luftfederung nach dem Absatteln das Sattelzugfahrzeug pneumatisch abzusenken und danach unter dem Sattelanhänger wegzufahren.
Zum Fahren mit Sattelkraftfahrzeugen ist ein Führerschein mit der Klasse B+E (bei Zugfahrzeugen bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht) oder C+E (bei Zugfahrzeugen mit mehr als 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht) notwendig.
Da man mit einem Sattelkraftfahrzeug, wie man die ganze Einheit nennt, nicht so wendig ist, wie mit einem einzelnen LKW, wird es hauptsächlich im Güterfernverkehr eingesetzt, insbesondere durch sein mögliches Gesamtgewicht von 44 t mit ISO-Container bei einer 3-achsigen Zugmaschine. Aber auch als Baustellenfahrzeug mit Muldenaufbau und Kipper trifft man es immer öfter.
Im europäischen Fernverkehr werden üblicherweise zweiachsige Zugmaschinen mit dreiachsigen (davon häufig eine Liftachse) Aufliegern eingesetzt.
Für großvolumige Gütertransporte für gleichzeitig geringerer Nutzlast werden auch spezielle Sattelschlepper gebaut. Die so genannten Jumbo-Trailer haben Räder mit geringeren Durchmesser um damit die Ladefläche niedriger zu halten. Damit ist die innere Ladehöhe wesentlich höher. Die kleineren Räder sind allerdings ein Nachteil im Fahrverhalten und die Reifen werden früher abgefahren . Haben in diesem Fall sowohl das Zugfahrzeug als auch der Auflieger kleinere Räder, so gibt es auch eine Zwischenlösung, wo das Zugfahrzeug eine normalgroße Bereifung hat und der Auflieger eine Stufe auf der Ladefläche aufweist. Auf Grund seiner Form wird er auch ugs. als Schwanenhalsauflieger (engl.: Gooseneck Chassis) bezeichnet. Manche wiesen dazu auch eine integrierte Hebebühne auf, damit der Auflieger auch von hinten normal beladen werden kann.
Siehe auch: Themenliste Straßenverkehr
