Saturn (Rakete)

[[Bild:Saturn5gross.jpg|thumb|right|Letzte gebaute Saturn V; ausgestellt im Lyndon B. Johnson Space Center in Houston]]

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Saturn 1 - SA-4 auf dem Startplatz

[[Bild:Apollo_8_Liftoff.jpg|thumb|Start der Saturn V mit Apollo 8 an der Spitze]] thumb|Saturn V Antrieb (erste Stufe S-IC) und Dr. Wernher von Braun [[Bild:Saturn_V_-_Antriebsmotoren.jpg|thumb|Saturn V im Kennedy Space Center - F-1 Triebwerke der ersten Stufe]] thumb|Saturn V - Apollo Konfiguration (1967) Die Familie der Saturn-Raketen gehört zu den leistungsstärksten Trägersystemen der Raumfahrt, die jemals gebaut wurden. Sie wurden von deutschen Wissenschaftlern und Technikern unter Leitung Wernher von Brauns für die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA im Rahmen des Apollo-Projekts entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Bauarten

Im zweiten Halbjahr 1959 wurden verschiedene Möglichkeiten untersucht, wie eine neue, sehr starke Rakete zusammengesetzt sein könnte. Der Name Saturn stand dafür bereits fest.

Es gab drei prinzipielle Möglichkeiten, die mehr oder weniger auf existierenden Raketen basierten: Saturn A, Saturn B und Saturn C. Davon gab es noch acht Untertypen: A-1, A-2, B-1 und C-1 bis C-5. Das Entwicklungsteam entschied sich für die Variante C-5, entwickelte aber parallel die Version C-1 weiter, die zwar nicht so leistungsfähig war, aber schneller zur Verfügung stehen würde. 1962 wurde entschieden, dass auch eine stärkere Version der C-1 benötigt werden würde, die C-1B. 1963 wurde das C aus den Bezeichnungen gestrichen, und die drei Raketen in Saturn-I, Saturn-IB und Saturn-V umbenannt.

Das bekannteste und größte Mitglied der Familie, die Saturn-V-Rakete wurde für die Mondlandungen benutzt und ist gleichzeitig eine der größten und stärksten Raketen, die je eingesetzt wurden. Sie besteht aus drei Stufen und trägt an der Spitze das Apollo-Raumschiff, bestehend aus Lunar Module, Service- und Kommandomodul sowie dem Rettungsturm.

Das Ende

Der letzte Start der Saturn V erfolgte am 14. Mai 1973, als die Raumstation Skylab in die Erdumlaufbahn gebracht wurde. Der letzte Start einer Saturn-I-B erfolgte am 15. Juli 1975 im Rahmen des Apollo-Sojus-Projekts.

Die letzte vollständige Saturn V wurde für den gestrichenen Flug Apollo 18 gebaut. Sie liegt seit 1977 als Ausstellungsstück vor dem Lyndon B. Johnson Space Center in Houston. Da sie lange Zeit nicht gepflegt wurde, droht ihr derzeit der Verfall durch Rost, Pflanzenbewuchs und verschiedene Tierarten, die dort ein neues Zuhause gefunden haben. Das Smithsonian Institution's National Air and Space Museum versucht nun durch Spendengelder eine weitgehende Restaurierung durchzuführen.

Technische Daten der Saturn V

Stufe Länge/Durchmesser Triebwerke Treibstoff Firma
1 42x10 m 5 Kerosin, Sauerstoff Boeing
2 24x10 m 5 Wasserstoff, Sauerstoff North American Aviation
3 18x6.6 m 1 Wasserstoff, Sauerstoff Douglas Aircraft Company

Anm.: die größere Gesamthöhe von 110 m ergibt sich aus zusätzlichen Stufenadaptern, u.a. für die Parkbucht des Lunar Module, sowie dem Apollo-Mutterschiff einschließlich der Rettungsrakete.

Datenblatt

Typ Stufen Höhe Durchmesser Max. Nutzlast Startgewicht Startschub Einsatzzeit
Saturn I 2 57,9 m/37,7 m 6,55 m 10 t 512 t 675 t 1961-1965
Saturn IB 2 68 m/43 m 6,55 m 18 t 588 t 726,4 t 1966-1975
Saturn V 3 110,6 m/85 m 13 m 133 t 2.934,8 t 3.424 t 1967-1973

Höhe angegeben mit und ohne Apollo-Raumschiff. Nutzlast bezieht sich auf die Nutzlast in einem Low Earth Orbit (LEO). Quellen: NASA, Technische Daten aus [1]

Ablauf der Mondmission

S-IC-Sequenz

Die Apollo-Missionen begannen ihre Reise zum Erdtrabanten vom Startkomplex 39 des John F. Kennedy Space Centers. Nach erfolgtem Start brannte die erste Stufe der Saturn V für 2,5 Minuten und brachte die Rakete so auf eine Höhe von 61 Kilometern. Die Geschwindigkeit betrug bei Brennschluss 8.600 km/h. Es wurden in diesen 2,5 Minuten ca. 2.000.000 kg Treibstoff verbrannt.

S-II-Sequenz

Nach Abwurf der ersten Stufe zündete die zweite und brannte für weitere sechs Minuten. Deren Brennschluss erfolgte in ca. 185 km Höhe bei einer Geschwindigkeit von 24.600 km/h.

S-IVB-Sequenz

Für weitere 2,5 Minuten übernahm nun die dritte Stufe den Antrieb. Sie brannte insgesamt bis zwölf Minuten nach dem Start und wurde während der nächsten zweieinhalb Erdumrundungen nicht abgeworfen. Während dieser Zeit wurde das Raumschiff auf Funktionalität überprüft und das "Go" für den Einschuss auf die Mondbahn gegeben.

Einschuss in die Mondbahn

Die dritte Stufe wurde zum Einschuss in die Mondbahn noch einmal für mehr als fünf Minuten gezündet. Nach Brennschluss war das Raumschiff auf einer Geschwindigkeit von 39.400 km/h (> 10 km/s) und auf Kurs zum Mond.

Die Mondlandefähre, die während der ganzen Zwischenzeit im oberen Teil der dritten Stufe verweilte, wurde nun nach Abkopplung des Apollo-Raumschiffs und dessen 180° Drehung aus der Stufe gezogen.

Abschließend musste durch eine Kurzzündung des Triebwerks die dritte Stufe noch auf eine andere Bahn als das Apollo-Raumschiff gebracht werden, damit im nachhinein keinerlei Kollisionsmöglichkeit gegeben war. Meist wurde sie in einen solaren Orbit eingeschossen oder wie im Fall von Apollo 13 auf einen Kollisionskurs mit dem Mond gebracht, um seismische Experimente durchführen zu können.

Siehe auch: Skylab, Geschichte der Raumfahrt, Wernher von Braun, N1, Guppy (Flugzeug)


Flüge der Saturn-Rakete

Datum Typ Nummer Mission Bemerkung
27. Oktober 1961Saturn 1SA-1Suborbitaler Testflug für die erste Stufe. Anstatt der zweiten Stufe wurde Wasser als Ballast mitgeführt
25. April 1962Saturn 1SA-2High Water IWeiterer suborbitaler Testflug für die erste Stufe. Die mit Wasser gefüllten zweite und dritte Stufen wurden in 105 km Höhe zur Explosion gebracht, um eine künstliche Wolke zu erzeugen
16. November 1962Saturn 1SA-3High Water IIwie High Water I. Künstliche Wolke in 167 km Höhe
28. März 1963Saturn 1SA-4Weiterer suborbitaler Testflug für die erste Stufe. Geplantes Abschalten eines Triebwerks, um zu testen, ob die anderen Triebwerke wie geplant länger arbeiten.
29. Januar 1964Saturn 1SA-5Erster Flug einer zweistufigen Saturn-I ins Orbit
28. Mai 1964Saturn 1SA-6mit Attrappe des Apollo-Raumschiffs
18. September 1964Saturn 1SA-7mit Attrappe des Apollo-Raumschiffs und Fluchtturm
16. Februar 1965Saturn 1SA-9Pegasus 1 mit Attrappe des Apollo-Raumschiffs, Fluchtturm und Satellit
25. Mai 1965Saturn 1SA-8Pegasus 2 wie Pegasus 1
30. Juli 1965Saturn 1SA-10Pegasus 3 wie Pegasus 1
26. Februar 1966Saturn IBAS-201Erster Start der Saturn IB
5. Juli 1966Saturn IBAS-203
25. August 1966Saturn IBAS-202
9. November 1967Saturn VAS-501Apollo 4 Erster Start der Saturn V
22. Januar 1968Saturn IBAS-204Apollo 5  
4. April 1968Saturn VAS-502Apollo 6
11. Oktober 1968Saturn IBAS-205Apollo 7 Erster bemannter Start der Saturn
21. Dezember 1968Saturn VSA-503Apollo 8 Erster bemannter Start der Saturn V
3. März 1969Saturn VSA-504Apollo 9
18. Mai 1969Saturn VSA-505Apollo 10
16. Juli 1969Saturn VSA-506Apollo 11
14. November 1969Saturn VSA-507Apollo 12
11. April 1970Saturn VSA-508Apollo 13
31. Januar 1971Saturn VSA-509Apollo 14
26. Juli 1971Saturn VSA-510Apollo 15
16. April 1972Saturn VSA-511Apollo 16
7. Dezember 1972Saturn VSA-512Apollo 17 letzter Start der Saturn-V zum Mond
14. Mai 1973Saturn VSA-513Skylab 1 letzter Start der Saturn-V, Raumstation Skylab wird in die Erdumlaufbahn gebracht
25. Mai 1973Saturn IBAS-206Skylab 2
28. Juli 1973Saturn IBAS-207Skylab 3
16. November 1973Saturn IBAS-208Skylab 4
15. Juli 1975Saturn IBAS-210ASTP letzter Start der Saturn-IB

Weblinks

20px WikiCommons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema Saturn


Modèle:Vorlage:Navigationsleiste US-Amerikanische Raketen

See also: Saturn (Rakete), 14. Mai, 15. Juli, 1959, 1961, 1962, 1963, 1965