Iblis

Iblis, auch Schaitan, ist der Name des Teufels im Islam/Koran. Der Name Schaitan leitet sich vom hebräischen Satan (Widersacher) ab, der Name Iblis möglicherweise vom griechischen Diabolos (Verwirrer, Teufel).

Im Koran erscheint Schaitan/Iblis شيطان/ إبليس erstmals in der Entstehungsgeschichte der Welt. Nachdem Gott Adam erschaffen hatte, befahl er den Engeln, sich vor dem ersten Menschen niederzuwerfen. Alle taten es, nur Iblis weigerte sich und sprach: "Ich bin besser als er. Mich hast Du aus Feuer erschaffen, ihn hast Du (nur) aus Ton erschaffen." (Koran, Sure 38, Vers 76). Daraufhin wird Iblis aus dem Himmel auf die Erde verbannt, doch seine weitere Strafe wird bis auf den jüngsten Tag aufgeschoben (Sure 15, 34-42). Als Verführer erscheint Iblis immer als Schaitan, der Einflüsterer, der sich in die Herzen der Menschen einschleicht. Er ist der, den man hört, aber niemals sieht.

Kontrovers unter den Korangelehrten und -kommentatoren ist bis heute die Zugehörigkeit Iblis' zu den Engeln oder den Djinn. Zumeist wird die Meinung vertreten, Iblis zähle zu den aus Feuer erschaffenen Djinn (Sure 38, 76; Sure 55, 14; Sure 15, 27). Andere zählen Iblis zu den Engeln: "Und als Wir zu den Engeln sprachen: 'Werft euch vor Adam nieder' da warfen sie sich nieder, außer Iblis. Der weigerte sich und verhielt sich hochmütig, und er war einer der Ungläubigen." (Sure 2, 34).

Aus zuletzt genanntem Vers leitet sich auch gleich die nächste Kontroverse ab; die Sünde Iblis'. Unbestritten ist dies sein Hochmut und sein Ungehorsam. Manche Gelehrte und viele Sufis (islamische Mystiker) jedoch sehen in der Weigerung Iblis' gegenüber dem Befehl "Werf dich vor Adam nieder!" nur den Gehorsam(!) an den übergeordneten und immergültigen Befehl "Du sollst nur Gott allein dienen!". Von orthodoxen Muslimen wird diese Interpretation weitgehend abgelehnt.

Literatur

EI, Brill / Koran / Bukhari, Sahih

siehe auch: Teufel

See also: Iblis, Adam, Djinn, Griechische Sprache, Hebräische Sprache, Islam, Koran, Mystiker, Sufi, Teufel