Schattenspiel
Das Schattenspiel ist eine Form des Theaters. Eine Geschichte wird erzählt, indem farbige, schwarze oder weiße Schatten (Negativschatten) auf eine beleuchtete Leinwand geworfen werden.
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Schatten
Die Schatten können verscheidenartig erzeugt werden. Meist werden zweidimensionale, manchmal mit farbigen Folien bespannte Figuren, die dicht an der Leinwand geführt werden verwendet. Auch können dreidimensionale Figuren oder sogar Schauspieler die Schatten auf die Leinwand werfen. Negativschatten erreicht man, wenn man eine Schablone, die die gesamte Projektionsfläche ausfüllt, verwendet. Hiermit erscheint die Figur weiß, man kann also zum Beispiel einen Geist darstellen.
Publikum
Das Publikum sitzt meist auf der der Lichtquelle abgewandten Seite. Besonders beim indonesischen Schattentheater (Wayang) können die Zuschauer wahlweise auch von der Rückseite der Schattenspielbühne dem Schattenspieler bei der Arbeit zusehen.
Ton
Beim Schattenspiel ist Erzeugung der Hör- und der Seheindrücke getrennt. Ein oder mehrere Erzähler und/oder Musiker erzählen die Geschichte, während die Schattenspieler Figuren-, Kulisse- und andere Schatten erzeugen.
Geschichte
Im südostasiatischen Raum hat das Schattentheater (Wayang) eine jahrhundertealte Tradition. In Europa ersetzte es als Laientheater vor allem im ländlichen Raum und für die Unterschicht das klassische Theater. Besonders im 18. und 19. Jahrhundert erfreute sich das Schattenspiel in allen Teilen Europas großer Beliebtheit. Eine Sonderform der Schattenspiele ist das Sebnitzer Schattenspiel. Es entstand als Weihnachtsvolkskunst um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Sebnitz (Ostsachsen).
Sonderformen von Schattenspielen
"Sebnitzer Schattenspiele", entstanden als Weihnachtsvolkskunst in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Sebnitz (Ostsachsen). Das Sebnitzer Schattenspiel ist ein handwerkliches Kleinkunstwerk seiner Region. Es hat ein Gehäuse aus Papier. Das Gerüst besteht aus Holz. Die Papierwände und das "Dach" sind mit Ornamentschnitten und Leuchtbildern versehen, über ein Flügelrad werden durch das Licht einer Kerze Umrisse von Scherenschnitten als Schatten an das Gehäuse gestrahlt. Die Scherenschitte werden durch die Wärme der Kerze bewegt. Es gleicht äußerlich einer großen Laterne. Maßgeblichen Einfluß auf die Gestaltung der Schattenspiele hatte der Sebnitzer Scherenschnittkünstler Adolf Tannert (1839-1913). Das größte erhaltene historische Sebnitzer Schattenspiel mit zwei Flügelrädern ist von 1910. Es steht in der Ev.-Luth. Peter-Pauls- Kirche in Sebnitz und ist in funktionsfähigem Zustand.
