Schiefe Schlachtordnung
Die Schiefe Schlachtordnung ist eine vom Thebanischen Feldherren Epameinondas im 4. Jahrhundert v. u. Z. entwickelte Taktik der Gefechtsführung. Erstmals eingesetzt (371 v. u. Z.) beim Kampf der Boioter/Thebaner gegen Sparta bei Leuktra. Dabei sollen unter seiner Kriegstaktik 10.000 Spartaner von 7.000 Thebanern geschlagen worden sein.
Die Phalanx-Taktik war verlustreich und führte meist früh eine Entscheidung herbei. Bei der Schiefen Schlachtordnung (ein Zusammenprall der Gegner auf breiter Front wird vermieden) wird ein verstärkter Flügel nach vorne geschoben, während der andere, notgedrungen geschwächte, nur hinhaltend kämpft und die Feindberührung verzögert oder vermeidet. Durch die Massierung auf einer Seite wird der Einbruch in die gegnerische Front erzwungen und diese dann durch Einschwenken nach innen von der Flanke her aufgerollt. Diesen taktischen Vorteil kann der Gegner dann auch durch zahlenmäßige Überlegenheit nicht mehr wettmachen, zumal die griechische Phalanx relativ unbeweglich und damit für Flankierungen sehr anfällig war. Entscheidend ist allerdings, daß der Gegner diese Absicht erst bemerkt, wenn es zu spät für Umgruppierungen ist, da er sonst einfach den bedrohten Flügel verstärkt oder den Spieß herumdreht und den zurückhängenden schwachen Flügel angreift.
Die Schiefe Schlachtordnung wurde später von Alexander dem Großen übernommen und mittels der Makedonischen Phalanx und einer überlegenen Reiterei perfektioniert.
Auch Friedrich der Große gewann am 5. Dezember 1757 die Schlacht bei Leuthen durch einen Scheinangriff und eine Schiefe Schlachtordnung, indem er auf seinem rechten Flügel 20 Bataillone im Abstand von 50 Metern insgesamt etwa 1000 Meter zurückversetzt.
siehe auch: Heilige Schar, Gefährten zu Fuß
