Schinznach-Dorf
| Wappen | |
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| 98px|Wappen von Schinznach-Dorf
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Aargau |
| Bezirk: | Brugg |
| BFS-Nr.: | 4115 |
| PLZ: | 5107 |
| Koordinaten: | 47° 27' n. Br. 8° 9' ö. L. |
| Höhe: | 383 m ü. M. |
| Fläche: | 8.91 km² |
| Einwohner: | 1704 (31. Dezember 2004) |
| Website: | www.schinznach-dorf.ch |
| Karte | |
| 299px|Karte von Schinznach-Dorf
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Schinznach-Dorf ist eine Gemeinde im Bezirk Brugg im Schweizer Kanton Aargau, rund fünf Kilometer südwestlich des Bezirkshauptorts Brugg. Bis 1938 hiess die Gemeinde Schinznach. Zur Unterscheidung vom auf Schinznach Bad umgetauften Birrenlauf nannte sie sich fortan Schinznach Dorf. Seit 2003 gilt die Version mit Bindestrich als offiziell korrekte Schreibweise.
| Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Das Dorf liegt rund zwei Kilometer westlich der Aare am Eingang des Schenkenbergertals, am Fusse eines Ausläufers des Juras. Zwischen dem Dorf und dem Fluss liegt das flache Schinznacherfeld, das landwirtschaftlich genutzt wird und darüber hinaus auch eine Kiesgrube aufweist. Auf der Höhe des Wasserkraftwerks teilt sich die Aare in zwei Flussarme. Rund ein Viertel der schmalen, vier Kilometer langen Schacheninsel liegt auf dem Gemeindegebiet von Schinznach-Dorf. Zwei Kilometer nordöstlich des Dorfzentrums liegt der Weiler Wallbach. Im Westen grenzt die Gemeinde an den Grund (731 Meter), im Nordwesten an den Dreierberg (758 Meter) und an den Linnerberg (722 Meter). Am Südosthang des Grund werden Reben angepflanzt.
Die Fläche der Gemeinde beträgt 891 Hektaren, davon sind 400 Hektaren bewaldet und 114 Hektaren überbaut. Die höchste Stelle ist der Dreierberg, die tiefste Stelle liegt auf 340 Metern an der Aare.
Nachbargemeinden sind Linn und Villnachern im Norden, Schinznach-Bad im Osten, Veltheim und Oberflachs im Süden, Thalheim im Westen sowie Zeihen im Nordwesten.
Geschichte
Schinznach-Dorf wurde erstmals am 13. März 1189 urkundlich erwähnt. Damals stellte Papst Klemens III. das Kloster Muri und dessen Besitztümer unter seinen Schutz. In der Urkunde wurde auch die Siedlung "predium Schincennacho" aufgeführt. Im Mittelalter herrschten die Habsburger über das Dorf. In der Burg Schenkenberg oberhalb des vier Kilometer westlich gelegenen Dorfes Thalheim residierten die Schenken von Schenkenberg, welche für die Habsburger die Verwaltung und die Rechtsprechung ausübten.
1460 eroberten die Berner die Herrschaft Schenkenberg. Es gehörte nun zum so genannten Berner Aargau, einem Untertanengebiet der Stadt Bern. Die Rechtsprechung im Schenkenbergertal erfolgte durch einen Landvogt. Im März 1798 endete die bernische Herrschaft, als die Franzosen in die Schweiz einmarschierten und die Helvetische Republik ausriefen. Schinznach gehörte nun zum Kanton Aargau.
Früher gab es die Gemeinden Schinznach auf der linken und Birrenlauf auf der rechten Seite der Aare. 1654 wurde auf dem Gemeindegebiet von Schinznach eine schwefelhaltige Quelle entdeckt, die allerdings 1670 durch eine Überschwemmung verschüttet wurde. Die Schinznacher Quelle wurde 1691 wieder entdeckt, diesmal aber auf der rechten Aareseite bei Birrenlauf. Das neue Heilbad erhielt nichtsdestotrotz den Namen Schinznach. Als 1858 die Gemeinde Birrenlauf eine Bahnstation namens Schinznach-Bad erhielt und die Post später diesem Beispiel folgte, führte dies oft zu Verwechslungen. Seit 1938 heisst Birrenlauf nun offiziell Schinznach-Bad, während das ursprüngliche Schinznach den Zusatz "Dorf" erhielt.
Bevölkerung
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1870 | 1167 |
| 1900 | 985 |
| 1930 | 912 |
| 1950 | 1083 |
| 1960 | 1081 |
| 1970 | 1154 |
| 1980 | 1228 |
| 1990 | 1517 |
| 2000 | 1637 |
Am 31. Dezember 2004 lebten 1704 Menschen in Schinznach-Dorf, der Ausländeranteil betrug 11,7 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 61,9 % reformiert, 22,7 % römisch-katholisch und 1,6 % christlich-orthodox; 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 93,6 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, je 1,2 % Albanisch und Spanisch, 0,7 % Italienisch.
Behörden
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.
Die 5 Gemeinderäte sind:
- Ernst Weber-Schenker, Gemeindeammann
- Dora Farrell-Amsler, Vize-Gemeindeammann
- Ruth Hartmann-Zurfluh
- Rico Plangger-Zimmermann
- Peter Forny-Kolp
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Schinznach-Dorf gehört zum Friedensrichterkreis Veltheim.
Wirtschaft
Das Dorf besitzt zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen mit einem breit gefächerten Angebot. Sehr bedeutend ist seit jeher der Weinbau. An einem sonnigen Südosthang werden Reben der Sorte Riesling angebaut; die Anbaufläche beträgt rund 31 Hektaren. In der ganzen Schweiz bekannt ist die Baumschule Zulauf AG. Auf deren Firmengelände fährt die Schinznacher Baumschulbahn, eine mit Dampflokomotiven betriebene Kleinbahn (Spurweite 600 mm).
Verkehr
Schinznach-Dorf wird durch eine Postautolinie erschlossen, die von Brugg über Schinznach Dorf nach Thalheim verkehrt. Eine weitere Linie führt nach Wildegg. Etwa 1.5 km nördlich des Dorfes verläuft die Haupteisenbahnlinie Zürich - Brugg - Basel; die Bahnstation Schinznach-Dorf, die vor dem östlichen Eingang des Bözbergtunnels liegt, wurde allerdings 1990 geschlossen.
Rund einen Kilometer nördlich des Dorfes verläuft die Autobahn A3 zwischen Basel und Zürich; um die Lärmemissionen zu verringern, wurde die Autobahn im flachen Schinznacherfeld in einen Tagbautunnel verlegt.
Bildung
Schinznach-Dorf besitzt einen Kindergarten, eine Primarschule und eine Bezirksschule. Die Absolventen der Sekundarschule müssen ins benachbarte Veltheim, jene der Realschule teilweise nach Villnachern (ab 2005 ebenfalls in Veltheim). Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.
Weblinks
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