Schisma (Theologie)
Von einem Schisma spricht man bei Kirchenspaltungen, bei denen die Hierarchie der jeweiligen Kirche nicht anerkannt wird. Bei der Katholischen Kirche spricht man insbesondere dann von einem Schismatiker, wenn er den Papst nicht anerkennt. Hierbei gibt es Abstufungen, beispielsweise wenn der Papst lediglich in einer bestimmten Angelegenheit ignoriert wird, grundsätzlich aber als Papst anerkannt wird. Im Sprachgebrauch wird dies gelegentlich als schismatischer Akt oder als Ungehorsam bezeichnet. Demgegenüber wird eine theologische Abweichung als Häresie bezeichnet - die zusammen mit einem Schisma auftreten kann. Tritt beides gleichzeitig und in größerem Umfang auf, kann auch von einer Kirchenneugründung gesprochen werden. Bekannte Beispiele für Kirchenspaltungen sind:
- Das Akakianische Schisma, das die Kirchen von Rom und die des Ostens von 484 bis 519 voneinander trennte.
- Das Morgenländische Schisma (1054), das zur Spaltung in römisch-katholische und östlich-orthodoxe Kirche führte.
- Das Abendländische Schisma, die Zeitspanne zwischen 1378 und 1417, als mehrere Päpste gleichzeitig den Anspruch erhoben, das legitime Oberhaupt der katholischen Kirche zu sein. Siehe dazu auch: Avignon, Gegenpapst, Sedisvakantismus.
- Die Abspaltung der protestantischen Kirchen von der katholischen Kirche, die jedoch oft als Kirchenneugründung verstanden wird.
