Schlacht bei Pavia
Dieser Artikel befasst sich mit der Schlacht von Pavia von 1525. Zur Belagerung und Schlacht von Pavia von 773/774, siehe Belagerung von Pavia (773-774)
Die Schlacht bei Pavia war eine Schlacht im Rahmen der Italienkriege um die Hegemonie in Europa zwischen den Habsburgern unter Karl V. und Frankreich unter Franz I., die am 24. Februar 1525 stattfand..
Vorgeschichte
Die Italienkriege begannen 1494, als Karl VIII. von Frankreich versuchte, sich der Herrschaft über Italien zu bemächtigen, doch wurde er von der spanisch-österreichischen Liga, der sich auch England und die italienischen Staaten anschlossen, zurückgedrängt. Karls Nachfolger Ludwig XII. erneuerte den Angriff und besetzte 1500 Mailand; zugleich fiel mit Neapel der Süden Italiens 1504 an Spanien. Ludwigs Gegenspieler in Deutschland war der Habsburger Maximilian I., der sich mit dem englischen König Heinrich VIII. verbündete, sodass Ludwig nach den für ihn verlustreichen Schlachten von Guinegate und Novara (1513) Mailand wieder räumen musste.
Erfolgreicher zeigte sich zunächst Ludwigs Nachfolger Franz I., der gleich zu Beginn seiner Herrschaft 1515 den glänzenden Sieg bei Marignano erfochten hat und erneut Mailand in Besitz nahm. Dies wurde zunächst auch von Spanien 1516 im Vertrag von Noyon anerkannt, doch ergab sich eine völlig neue Lage durch die Wahl Karls V. von 1519 (Franz I. hatte selbst gegen ihn kandidiert), da dies zur Vereinigung Spaniens, der habsburgischen Lande und des Reichs in Personalunion führte und so Frankreich plötzlich ein Gegner gegenüber stand, der das Land von zwei Seiten umfassen und außerdem über enorme Ressourcen aus den neu entdeckten Kolonialgebieten verfügen konnte. Karl V. erklärte denn auch die Vereinbarungen von Noyon sofort für nichtig und die Italienkriege traten, nachdem Karl 1521 sich noch auf dem Reichstag zu Worms mit der ausbrechenden Reformation in Deutschland beschäftigen musste, mit seinem Aufbruch von dort nach Italien in eine neue Phase.
Belagerung und Schlacht
1525 gelang es Franz I., ein Bündnis mit dem Kirchenstaat zustande zu bringen, der sich durch die Perspektive, im Norden und Süden von Habsburg umklammert zu werden, bedroht fühlte. Um Papst Clemens VII. zu unterstützen, schickte Franz I. eine Armee aus 26.000 Söldnern - unter ihnen Franzosen, Italiener, Schweizer und Deutsche - über die Alpen und zog triumphierend in Mailand ein. Wenig später legte Franz einen Belagerungsring um die strategisch bedeutende alte Lombardenresidenz Pavia, die von einer 6.000 Mann starken Besatzung gehalten wurde. Um diese zu entsetzen, entsandte Karl ein 23.000 Mann starkes Heer unter dem Marquese von Pescara, der bereits in der Nacht des 23. Februar den Angriff begann. In den Morgenstunden des 24. (übrigens der Geburtstag Karls V.) sah es zunächst nach einem Sieg der von Admiral Bonnivet geführten Truppen aus, doch gelang den Kaiserlichen mit 1.500 baskischen Armbrust-Schützen eine überraschende Attacke auf das Zentrum der französischen Linien, wo sich deren König befand. Beim Versuch, Franz I. zu retten, kamen zahlreiche hochrangige Heerführer ums Leben, so der Herzog von La Tremouille und Marechal de la Foix. Auch das Pferd des Königs wurde getroffen, sodass Franz zu Fuß weiterkämpfen musste, doch konnte er seiner Gefangennahme nicht entgehen, zumal die französische Armee nahezu gänzlich vernichtet war.
Auswirkungen
Pescara brachte ihn zum Kaiser nach Madrid, wo Franz zwar respektvoll behandelt wurde, aber, um wieder freizukommen, 1526 einen Frieden schließen musste, der Karl den Besitz Mailands, Genuas, des Herzogtums Burgund und Neapels und damit die Vorherrschaft in Europa zugestand. Wieder freigelassen, wiederrief Franz zwar sofort den Frieden, den er für gezwungen erklärte, doch konnten auch die folgenden Kriege, die sich bis 1559 hinzogen, die durch die Schlacht von Pavia vollzogene Wende nicht wieder rückgängig machen.
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