Schlacht bei Tannenberg (1914)
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| Schlacht bei Tannenberg | |||||||||||||||||
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| Konflikt | Erster Weltkrieg | ||||||||||||||||
| Datum | 17. August bis 2. September 1914 | ||||||||||||||||
| Ort | Bei Tannenberg | ||||||||||||||||
| Ergebnis | Deutscher Sieg | ||||||||||||||||
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Die Schlacht bei Tannenberg in Ostpreußen (17. August bis 2. September 1914) war eine entscheidende Schlacht des Ersten Weltkriegs zwischen den Armeen Deutschlands und Russlands. Sie endete mit einem deutschen Sieg und blieb für die Deutschen die größte erfolgreiche Kesselschlacht des Kriegs. Russland blieb nach der Schlacht bis zum Ende des Kriegs in der Defensive. In der Schlacht kämpften auf deutscher Seite 210.000 Mann, auf russischer 150.000. Davon fielen 20.000 Deutsche; auf russischer Seite gab es 30.000-50.000 Tote und Verletzte, 90.000 bis 140.000 Russen gerieten in Gefangenschaft (die Zahlen in der Literatur variieren stark).
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Verlauf der Schlacht
Zu Beginn des Kriegs hatte die deutsche Heeresleitung gemäß dem Schlieffen-Plan, der einen Zwei-Fronten-Krieg verhindern sollte, die Masse des Heeres an der Westfront gegen Frankreich eingesetzt. Wider Erwarten war die Armee des russischen Zaren bereits im August 1914 (auf Veranlassung der Franzosen) in Ostpreußen einmarschiert, obwohl ihre Mobilisierung noch nicht komplett abgeschlossen war.
Nach der deutschen Niederlage in der Schlacht bei Gumbinnen, dem heutigen Gusew, plante die deutsche Armee sogar einen Rückzug hinter die Weichsel. Nach Neuformierung und Verstärkung und unter neuer Führung - General Paul von Hindenburg und seinem Stabschef Erich Ludendorff - gelang es zwischen dem 24. und 31. August 1914 jedoch, die russische Narew-Armee unter General Alexander Samsonoff, nach dem vom General Max Hoffmann ausgearbeiteten Plan zu umfassen und in einer Kesselschlacht zwischen Allenstein und Neidenburg zu besiegen und zu vernichten.
Schlüssel zu diesem Erfolg war eine konsequente Funkaufklärung, die der deutschen Armeeführung die geplanten Bewegungen der beiden russischen Armeen in Ostpreußen verriet; außerdem die damals noch unübliche Verwendung der Eisenbahn, um schnelle Truppenverlegungen auszuführen, wodurch die deutschen Soldaten ausgeruht aus den Eisenbahnzügen in den Kampf zogen, während die russischen Soldaten viele Tage anstrengenden Marsch hinter sich hatten; schließlich die erfolgreiche Täuschung der russischen Njemen-Armee unter General v. Rennenkampf, die tagelang untätig blieb, während nur zwei Tagesmärsche entfernt die Narew-Armee eingekesselt und aufgerieben wurde. General Alexander Samsonoff nahm sich am 29. August 1914 das Leben. Von seiner Narew-Armee entkamen nur rund 10.000 Mann, fast 50.000 Mann fielen oder waren verletzt. 92.000 Mann gerieten in deutsche Gefangenschaft. Praktisch das gesamte Kriegsgerät der Narew-Armee konnte von den Deutschen erbeutet werden.
In der Folge der Schlacht bei Tannenberg wurde auch die russische Njemen-Armee unter General v. Rennenkampf während der Schlacht an den Masurischen Seen (9. - 14. September 1914) geschlagen, entkam jedoch der Einkesselung und musste sich im Februar 1915 nach der Winterschlacht in Masuren endgültig aus Deutschland zurückziehen. Die Schlacht bei Tannenberg gilt deshalb als Schlüssel zur Befreiung Ostpreußens von den eingedrungenen Russen.
Propagandistische Verwendung
Obwohl der Ort Tannenberg eher am Rande des Kampfgebietes liegt, trägt die Schlacht trotzdem ihren Namen, da Hindenburg so symbolisch die "Scharte von 1410" auswetzen wollte - damals war der Deutsche Orden einer Streitmacht aus Polen, Litauern und Tartaren unterlegen. (Auch die Schlacht von 1410 hatte übrigens nicht tatsächlich im Ort Tannenberg, sondern nur in seiner Nähe stattgefunden, zwischen Grunwald und Ulnowo).
Die kriegspsychologische Wirkung der Siege bei Tannenberg und an den Masurischen Seen auf die deutsche Bevölkerung war immens und trug entscheidend zur Entwicklung des Hindenburg-Mythos bei. Besonders nach dem verlorenen Krieg und den für Deutschland harten Friedensbedingungen im Vertrag von Versailles wurde der Sieg von national-reaktionären Kreisen um Hindenburg und von Kriegervereinen zum Symbol der Größe Deutschlands hochstilisiert (vgl. Dolchstoßlegende), er trug so auch zu Hindenburgs Aufstieg zum Reichspräsidenten bei.
1927 wurde am Ort der Schlacht das monumentale Tannenberg-Denkmal errichtet, das die Nationalsozialisten später für ihre Propaganda und zur Verherrlichung des Krieges missbrauchten. Nach umfassenden Umbaumaßnahmen fand dort am 7. August 1934 unter gewaltigem propagandistischem Aufwand die Beisetzung Hindenburgs statt. Aus diesem Anlass ließ Adolf Hitler die Anlage in "Reichsehrenmal Tannenberg" umbenennen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das monumentale Denkmal vor dem Anrücken der Roten Armee auf Befehl Hitlers gesprengt.
Siehe auch
Weblinks
1914:
Schlacht bei Tannenberg –
Schlacht an den Masurischen Seen
1915:
Schlacht in den Karpaten –
Winterschlacht in Masuren –
Schlacht von Gorlice-Tarnow
1916:
Brussilow-Offensive
Weitere Schlachten
Tannenberg Tannenberg Tannenberg Tannenberg 1914 Tannenberg Kategorie:1914
