Schlachter-Bibel

thumb|Schlachter-Bibel Die Schlachter-Bibel ist eine Bibelübersetzung in die deutsche Sprache. Sie wurde von Franz Eugen Schlachter (* 28. Juli 1859, † 12. Januar 1911) übersetzt. Schlachter stand der Heiligungsbewegung bzw. der protestantischen Erweckungsbewegung nahe.

Ausgaben der Bibel

Die erste Ausgabe erschien 1905 in der Schweiz in der Übersetzung von Franz Eugen Schlachter als so genannte Miniaturbibel beim Verlag der Miniaturbibel in Biel (Schweiz) bzw. in Deutschland beim Verlag Johannes Schergens in Bonn am Rhein. Das Besondere an dieser Ausgabe war, dass sie nur ca. 1,5 cm dick und ein Format von 11,7 cm x 17,7 cm aufwies und so in jede Jackentasche passte. Sie hatte einen fortlaufend gesetzten Text, der nur unterbrochen wurde, wenn ein neuer Sinnabschnitt begann. Die kleine Schrift war gestochen scharf und gut lesbar. Die Schlachter-Bibel erlebte in den ersten zwei Jahren 6 Auflagen - die erste war schon nach zwei Monaten, im Januar 1906 vergriffen. Sie lief in kurzer Zeit sowohl der Luther-Bibel, als auch der Elberfelder-Bibel den Rang ab. Vor allem in Kreisen des Pietismus war sie verbreitet. Nach Schlachters Tod erfolgte - ab 1912 - durch die Schweizer Pfarrer Linder aus Oberhelfenswil (St. Gallen) und Kappeler aus Zollikon (Zürich) eine erste Überarbeitung, die von der Privilegierten Württembergischen Bibelanstalt herausgegeben wurde. Ab 1918 wurde diese revidierte Bibel bei der Privilegierten Württembergischen Bibelanstalt in Stuttgart gedruckt.

Eine Sonderauflage erlebte das leicht überarbeitet Neue Testament der Miniaturbibel 1945, als die englische Scripture Gift Mission diese mit Zustimmung der Familie Schlachter bei der Genfer Bibelgesellschaft orderte und sie zu Hunderttausenden an die deutschen Kriegsgefangenen in englischer Gefangenschaft verteilen ließ.

Die zweite Revision entstand 1951 durch die Genfer Bibelgesellschaft, d.h. beim Haus der Bibel in Genf, und stellt keine erneute Revision der Linder und Kappeler-Ausgabe dar, sondern war eine Neubearbeitung der Übersetzung von 1905. Sie ähnelte sehr stark der Originalausgabe. Auch die Formate waren auffallend ähnlich. Bekannt war die Schlachter-Bibel vor allem für ihre volkstümliche und wortgewaltige, manchmal derbe, Sprache, bei gleichzeitiger sinngemäßer Urtextgenauigkeit. Einmalig ist die Passage in Hiob 8,11-19, die in Gedichtform dargeboten wird. Auch findet sich in der Schlachter-Bibel eine Wortwahl die einzigartig ist: z.B. "Disputiergeist dieser Welt", "Kapital" usw. Die Revision wurde vom damaligen Assistenten der Bibelschule in Genf, Willi Mauerhofer und seiner Frau Gertrud, durchgeführt.

Eine erneute Revision der 1951-er Schlachter-Bibel wurde 1995 begonnen und wurde als "Schlachter 2000" herausgegeben. Im Jahre 2003 wurde die Revision nach 9 Jahren Bearbeitungszeit abgeschlossen. Es handelt sich ebenfalls um ein Projekt der Genfer Bibelgesellschaft. Die neue revidierte Schlachterbibel benutzt den reformatorischen Grundtext (Textus Receptus) als Grundlage.

Übersetzungsmethode

Die Übersetzung ist sinngemäß urtextgenau, öfters sogar konkordant, aber an vielen Stellen auch dynamisch gleichwertig, so dass eine gut verständliche, sprachlich schöne und doch urtextgenaue Übersetzung entstanden ist. Soweit, um den Textfluss zu erhalten, von einer wörtlichen Übersetzung abgewichen wurde, ist die wörtliche Übersetzung im Fußnotenapparat vermerkt. Seit November 2003 liegt eine Studienausgabe mit ca. 100.000 Parallelstellen und einem reichhaltigen Anhang bzw. erweiterten Fußnotenapparat vor.

Weblinks

See also: Schlachter-Bibel, 12. Januar, 1859, 1911, 28. Juli, Bibelübersetzung, Biel/Bienne, Bonn, Deutsche Sprache, Erweckungsbewegung