Schlamm

Schlamm bezeichnet ein Gemisch aus fein verteiltem Feststoff und einer vergleichsweise geringen Menge Flüssigkeit, meist, aber nicht notwendigerweise, entstanden durch Sedimentation.

Unterschiedliche Bedeutungen

  1. In einer Suspension sind kleine Teilchen einer festen Substanz in einer Flüssigkeit fein verteilt, so dass die Flüssigkeit trüb erscheint. Lässt man eine solche Suspension eine Weile still stehen, so sinken die Schwebstoffe auf den Boden, sofern sie eine höhere Dichte als die umgebende Flüssigkeit haben. Den entstandenen Bodensatz bezeichnet man als Schlamm. Die Feststoffteilchen sind hier nicht mehr in der Schwebe, sondern dicht gepackt und nur durch einen dünnen Flüssigkeitsfilm voneinander getrennt.
  2. Im engeren Sinne der Sedimentpetrographie ist Schlamm ein Gemisch aus Wasser und Silt oder/und Ton (Pelit). Das bekannteste Beispiel in der Gegenwart für eine solches Sediment ist das Watt in der Nordsee. Verfestigt sich das Gemisch unter gleichzeitiger Entwässerung nach erfolgter Diagenese schließlich zu einem Gestein, ist das Ergebnis ein schiefriger Tonstein, auch häufg noch als Schieferton bezeichnet. Im weiteren Sinne werden in den Geowissenschaften alle feinkörnigen Gemische, auch die nicht-klastischen, als Schlamme oder Schlämme bezeichnet, biogene Ablagerungen wie Radiolarienschlamm oder Faulschlamm etwa. In Schlammvulkanen "blubbert" eine Gemisch aus überhitztem Wasserdampf und feinkörnigem vulkanischem Material.

Etymologie und umgangssprachlicher Gebrauch

Das Wort Schlamm wird auf das spätmittelhochdeutsche slam (weicher, nasser Bodensatz), bzw. auf das mittelniederdeutsche slam (Schmutz, Morast) zurückgeführt. Dem entspricht die umgangssprachliche Bedeutung noch heute. Schlamm steht hier oft synonym für Morast, feuchte Erde, Schmutz.

See also: Schlamm, Bodensatz, Diagenese, Dichte, Dünne Schichten, Faulschlamm, Feststoff, Flüssigkeit, Gemisch, Geowissenschaften