Schlupfwespen

Als Schlupfwespen im weiteren Sinne werden mehrere Familien der Hautflügler (Hymenoptera) bezeichnet, deren Larven eine parasitische Lebensweise führen und ihren Wirt bei Abschluss der Larvalentwicklung abtöten (Parasitoide). Der Begriff "Schlupfwespe" bezieht sich dabei auf diese spezielle Lebensweise, in welcher die adulte Schlupfwespe aus dem Wirt "schlüpft". Häufige Familien sind die der Überfamilie Chalcidoidea (Erzwespen), Proctotrupoidea (Zehrwespen) und Ichneumonoidea (Brackwespen und echte Schlupfwespen).

Im engeren Sinne bezeichnet man mit "Schlupfwespen" oder "Echten Schlupfwespen" die Familie der Ichneumonidae. Sie bildet in Mitteleuropa die artenreichste Familie der Hautflügler und stellt die größten Arten unter den parasitischen Hymenopteren. Die in Nadelwäldern in ganz Europa heimische Rhyssa persuasoria erreicht mit ca. 5 Zentimeter (plus nochmals je etwa so viel für Legestachel und Fühler) eine beachtliche Körperlänge.

thumb|Rhyssa persuasoria, die Riesenholzwespen-Schlupfwespe, beim anstechen eines Fichtenstammes, in welchem sie nach Holzwespenlarven sucht.

Parasitiert werden holometabole Insekten, am häufigsten Schmetterlinge, Pflanzenwespen, Käfer u.a. Einige spezialisierte Formen parasitieren auch in Spinnenkokons, wo sie sich von den Spinneneiern ernähren, oder als Ektoparasiten an den Spinnen selbst. Hemimetabole Insekten jedoch werden nach bisherigem Kenntnisstand von dieser Familie verschont (nicht jedoch z.B. von den Erzwespen).

Die Parasitierungsraten durch die Ichneumonidae können im Freiland hohe Werte von über 50 Prozent bis zu 80 Prozent und sogar 90 Prozent betragen, besonders bei Massenentwicklungen der Wirtsart. Dadurch fungieren die Schlupfwespen als sehr wichtige Antagonisten vieler Schädlingsarten und halten deren Populationen auf einem tiefen Niveau.


Kategorie:Hautflügler

See also: Schlupfwespen, Antagonist, Brackwespen, Ektoparasiten, Hautflügler, Hemimetabol, Holometabol, Larven, Parasit, Parasitoid