Schneekanone
thumb|200px|Schneekanone in Aktion Schneekanonen sind technische Vorrichtungen zum Erzeugen von Kunstschnee. Sie werden vor allem in Skigebieten eingesetzt, wenn die Schneedecke nicht zur Ausübung von Schneesportarten wie Skifahren und Snowboarden ausreicht. Der Schnee in Skihallen wird meist ebenfalls mit Schneekanonen erzeugt.
Beim Einsatz von Schneekanonen stehen dem Wunsch der Wintersportler nach möglichst „gutem“ Schnee vor allem der hohe technische Aufwand der Schneeerzeugung und die hohen Kosten durch den erheblichen Energie- und Wasserverbrauch gegenüber.
Technische Verfahren
- Eiskanone: auch "crushed-ice" genannt. Wasser wird zu Eisblöcken gefroren. Diese werden zerstoßen. Dieses einfachste Prinzip ist unabhängig von der Außentemperatur. Allerdings besteht der „Schnee“ hier aus Eissplittern, nicht aus Schneeflocken und eignet sich damit nur schlecht zum Skifahren. Dieses Verfahren wird häufig an Orten angewendet, wo es klimatisch nicht möglich ist, mit einem herkömmlichen Schnee-Erzeuger Schnee zu produzieren. Auch werden diese Anlagen häufig für Skihallen verwendet, wobei wie bereits erwähnt, die Qualität des Schnees für den aktiven Wintersportler nicht befriedigend ist.
Die folgenden Verfahren ahmen die natürliche Entstehung von Schnee nach, bei der kleine Wassertropfen langsam kristallisieren und so die charakteristische Form der Schneekristalle ausbilden können:
- Druckluftkanone: Aus einer Düse tritt ein Wasser-Druckluft-Gemisch bei einem Druck von 5-10 bar aus. Bei der Ausdehnung unter Normaldruck kühlt das Luft-Wasser-Gemisch ab und die Wassertröpfchen gefrieren. Relativ geringe Schneeleistung, hoher Energieverbrauch.
- Propellerkanone: Eine Turbine erzeugt einen starken Luftstrom. Rings um die Öffnung des Turbinengehäuses befinden sich mehrere Düsen, die Wasser im Luftstrom zerstäuben sowie kleinere Druckluftdüsen (Nukleatoren), mit deren Hilfe wie bei der Druckluftkanone kleine Eiskristalle als Kristallisationskeime erzeugt werden. Die Größe der Wassertropfen muss den herrschenden Witterungsbedingungen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) sowie der Wurfweite angepasst werden, um optimale Eigenschaften des technischen Schnees zu erreichen. Am meisten verwendetes Prinzip, trotz des hohen Energie- und Wasserverbrauchs.
- Schnei-Lanze: An der Spitze eines bis zu zehn Meter langen Rohres, das senkrecht oder schräg aufgestellt wird, befinden sich Wasserdüsen. Das zerstäubte Wasser sinkt langsam zu Boden und friert dabei aus. Energiesparend, aber im Vergleich zur Propellerkanone kleine Reichweite und Schneeleistung, sowie eine stärkere Witterungsabhängigkeit.
- Kryo-Kanone: Das Wasser und Druckluft werden mit einem Kühlmittel (flüssigem Stickstoff) vermischt ausgebracht. Auch bei Temperaturen oberhalb des Gefrierpunktes möglich. Durch die enormen Kosten kein flächendeckender Einsatz.
Erfindung
Der wahrscheinlich erste Einsatz einer Schneekonen wurde 1955 in Kapfenberg durchgeführt. Durch Zufall wurde entdeckt, dass mit dem Prinzip der Druckluftkanone bei Temperaturen unter 0° C künstlich Schnee erzeugt werden kann. Jedoch blieb dieses Ereignis medial unbeachtet. Zu einer wirtschaftlichen Nutzung der Schneekanone sollte es erst später durch andere kommen.
Umweltaspekte
Die Erzeugung von Kunstschnee ist nur mit einem sehr hohen Energie- und Wasserverbrauch möglich. Durch Rücklaufsysteme kann Schmelzwasser zur Schneeerzeugung wiederverwendet werden. Natürlicher Niederschlag enthält keine Mineralien – Leitungswasser dagegen schon. Diese Mineralien können den Boden belasten.
