Schönberg (Ebringen)
Der Schönberg am südlichen Stadtrand von Freiburg im Breisgau ist der 644 Meter hohe Hausberg der Gemeinde Ebringen
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Gemeindezugehörigkeit
Außer Ebringen, zu dem der Gipfel gehört, liegt der Berg auf den Gemarkungen von Schallstadt, Freiburg im Breisgau, Merzhausen, Au (Breisgau), Wittnau und Sölden.
Geologie
Zusammen mit dem 496 Meter hohen Hohfirst im Süden bildet der Berg das Schönbergmassiv, ein Vorgebirge des Schwarzwaldes, das bereits in der Bruchzone des Oberrheingrabens liegt. Die geologischen Oberflächenformationen umfassen aufgrund zahlreicher Verwerfungen und Grabenbrüche alle Perioden des Erdmittelalters sowie Spuren tertiären Vulkanismus.
Dazu zählen ein kleiner Tuffschlot am Südhang bei der Berghauser Kapelle und ein größerer Schlot am Nordhang beim Schönberger Hof. Entlang des Südosthanges westlich der ehemaligen Tongrube befindet sich ein über 100 Meter langer Basaltgang.
Die unteren Lagen am Westhang sind außerdem von mächtigen Lößschichten bedeckt.
Der Osthang des Schönbergs fällt steil zum Hexental ab. Am Fuß des Osthangs zeugt u.a. der Wittnauer Kapuzinerbuck von großen Hangrutschungen.
Aufgrund des ab 1935 im Zuge des Autarkiestrebens des Dritten Reiches durchgeführten Eisenerzabbaus am Schönberg sind auch tiefere Schichten des Berges durch zahlreiche Bohrungen gut erforscht. Der Bergbau erfolgte von Norden her vom Freiburger Stadtteil St.Georgen aus. Das Eisenerz war mit gerade 40% Eisengehalt alles andere als förderungswürdig, so dass der Bergbau 1942, als die wesentlich eisenhaltigeren Erze aus Frankreich und Schweden zur Verfügung standen, bereits wieder eingestellt wurde.
Besiedelung
Auf dem Gipfelplateau des Schönbergs befand sich eine jungsteinzeitliche Siedlung,
Der Untere Schönberger Hof ist ein beliebtes Ausflusgziel mit herrlichem Blick auf Freiburg im Breisgau,
Auf dem westlichen Nebengipfel des Berges befindet sich die Ruine Schneeburg.
historische Ereignisse
Am 03. August 1644 ist der Westhang des Schönbergs (Gewann Bohl) Schauplatz des ersten Tages der Schlacht bei Freiburg im Dreißigjährigen Krieg zwischen Bayern und Franzosen, die am 05. und 09. August am Lorettoberg gegenüber dem Osthang des Schönbergs ihre Fortsetzung fand. Frankreich versuchte dabei, das nach mehrwöchiger Belagerung von den mit ihm verbündeten Weimar am 27 Juli an kaiserlich-bayerische Truppen gefallene Freiburg wieder unter Kontrolle zu bringen. Zwar konnte am 03. August das Bohl am westlicheb Schönberg unter großen Verlusten der Angreifer genommen werden, doch konnten sich die Bayern über den Schönberg relativ unbemerkt in Auffangstellungen am Lorettoberg zurückziehen und diesen (und damit auch Freiburg) erfolgreich gegen die Franzosen behaupten.
Frankreich musste bei der Schlacht um Freiburg seine verlustreichste Niederlage des ganzen Krieges hinnehmen mit alleine circa 1100 gefallenen Soldaten gegenüber 300 Verlusten der Bayern am Ebringer Bohl (insgesamt circa 6000 Mann Verluste bei den Franzosen und deutlich unter 1000 bei den Bayern). Die Freiburger Vorstädte wurden durch die Kampfhandlungen zerstört und die Dörfer um den Schönberg geplündert und ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen.
Auf dem Schönberg oberhalb Leutersbergs und Ebringens erinnert das Schlachtenkreuz an die Schlacht am 03. August. Es steht an Stelle des Beinhauses, wo man erst 30 Jahre nach der Schlacht die auf dem ganzen Berg verstreut liegenden Gebeine der Gefallenen bestattete, Das Massengrab entwickelte sich - nicht zur Freude der Kirche - zu einem Wallfahrtsort der katholischen Bevölkerung der Region und es wurden offenbar auch immer wieder Knochen als Reliquien entwendet. Da die Kirche die Wallfahrten nicht unterbinden konnte, wurden die noch verbliebenen Gebeine der Gefallenen auf Veranlassung von Ildefons von Arx schließlich 1791 abtransportiert, wodurch in den folgenden Jahrzehnten die Verehrung langsam zum Erliegen kam.
Flora
Auf dem Schönberg kommen circa 80% aller in Deutschland heimischen Orchideenarten vor, insbesondere im Bereich des Naturschutzgebietes Jennetal nördlich von Ebringen.
Etymologie
Der Name des Berges - "Schönberg" - ist die im 19. Jahrhundert erfolgte, etymologisch falsche Transkription der alemannischen/mittelhochdeutschen Bezeichnung "Schinberg" bzw. "Schimberg" ins Hochdeutsche. Der Wortteil "schin" leitet sich entweder von mhd. "schin" = "scheinen, von weitem sichtbar" oder aber vom mittelhochdeutschen scina/schine nach der abgeflachten Form des Berges ab und hat mit "schön" nichts zu tun.
Quelle: Ebringen, Herrschaft und Gemeinde, Band 1 - Claus-Dieter Schott und Edmund Weeger (Hrsg.), Rombach-Verlag Freiburg, ISBN 3-9802758-0-9 - Seite 364
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