Schulsanitätsdienst

Der Schulsanitätsdienst, abgekürzt auch SSD, wird an Schulen von in Erster Hilfe ausgebildeten Schülerinnen und Schülern ehrenamtlich durchgeführt. Diese übernehmen dann die Erstversorgung und betreuen den Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Es gibt den Schulsanitätsdienst nicht an allen Schulen, über die Durchführung kann jede Schule selbst entscheiden. Zudem sollten auch einige Lehrer im Sanitätswesen geschult sein, um ein Projekt dieser Art zu ermöglichen. Häufig wird der Schulsanitätsdienst in Form einer Arbeitsgemscheinschaft (AG) organisiert. An vielen Schulen ist es aber auch möglich, dass ältere SchülerInnen die Leitung des Schulsanitätsdienstes übernehmen.

Oftmals kooperiert der Schulsanitätsdienst mit einer Hilfsorganisation (z. B. dem Roten Kreuz, der Johanniter-Unfall-Hilfe, u. a.), welche die Schulung in Erster Hilfe durchführt.

In der Ausbildung zum Schulsanitäter werden den Schülern erweiterte Kenntnisse in Erster Hilfe beigebracht. Die Hauptthemen sind respiratorische Notfälle, also Probleme bei der Atmung wie Aspiration und Hyperventilation, zirkulatorische Notfälle, also solche die den Kreislauf und das Herz betreffen, Frakturen, letale Blutungen, Reanimation, Bewusstseinsstörungen, Schocks, Traumata, Verbrennungen, Vergiftungen und natürlich die Befragung und psychische Betreuung der Patienten. Des weiteren lernt man in der Ausbildung zum Schulsanitäter auch noch rechtliche Verpflichtungen und Einschränkungen sowie den rechtlichen Schutz des Ersthelfers kennen, ebenso wie den Grundsatz, sich als Ersthelfer selbst keinen großen Gefahren auszusetzen.

Dabei wird den angehenden Schulsanitätern sowohl theoretisch als auch praktisch durch Fallbeispiele beigebracht, sich in den Situationen richtig zu verhalten und mit möglichst hoher Effizienz zu arbeiten. Zum größten Teil werden extreme Situationen behandelt, die im wirklichen Schulalltag äußerst selten auftreten, und in denen die Schulsanitäter wenig mehr ausrichten können als den Patienten zu betreuen und vor größerem Schaden zu bewahren, bis der Rettungsdienst eintrifft. Diese lassen sich aber leicht auf weniger extreme, alltäglichere Fälle übertragen.

Allerdings werden die Schüler auch – jedenfalls theoretisch – mit den extremsten Situationen konfrontiert. Zu dem Thema Schädel-Hirn-Trauma steht zum Beispiel im Skript folgender Satz: „Austretende Gehirnmasse nicht zurückstopfen, sondern steril abdecken“. Auch wird der Tod eines Patienten behandelt, was für den Ersthelfer wohl der am schwersten hinzunehmende Ausgang einer Situation.

Erfahrungen zeigen, dass es im Verhältnis viele Unfälle aus dem Bereich Sportverletzungen zu versorgen gibt.

Im täglichen Schulalltag findet sich der Schulsanitäter aber leider auch immer wieder den Schulschwänzern gegenüber die versuchen, durch Krankheit zu fehlen. Hier muss der Schulsanitäter durch regelmäßiges Fort- und Weiterbilden und durch feinfühliges, manchmal auch geschicktes fragen, den Unterschied zwischen schweren und schwersten, sofort zu versorgenden (Arzt oder Krankenhaus) Erkrankungen und der Gruppe der Schwänzer unterscheiden und nach bestem Wissen handeln.

Häufig werden die Schulsanitätsdienste speziell ausgerüstet. Dazu gehört dann die Möglichkeit zur Alarmierung der Schulsanitäter während der Schulzeit über z. B. Handys. Außerdem erhalten die Schulsanitätsdienste Material zur Versorgung der verunfallten Personen. Dazu gehört: Material zur Versorgung von Wunden, Blutdruckmessgerät, Material zur Schienung (häufig so genannte Sam-Splints), Material zur Kühlung von Verletzungen (Sportunfälle), sowie teilweise auch Beatmungsbeutel und je nach Ausbildungsstand der Schulsanitäter auch ein Blutzuckermessgerät.

Siehe auch

Weblinks


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