Schulschiff
Schulschiff ist die Bezeichnung für einen Schiffstyp, der zu Ausbildungszwecken für angehende Offiziere der Marine oder Handelsschifffahrt unterhalten wird. Schulschiffe sind in der Regel Segelschiffe (Großsegler), auf denen praktische Seemannschaft erlernt werden soll.
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Schulschiffe der Marine
Bei der Marine werden auf einem derartigen Schiff neben einer Stammmannschaft aus Berufs- und Zeitsoldaten eine bestimmte Anzahl von Kadetten zusammengestellt, die dann im Rahmen von Auslandsreisen mit dem Schulschiff zum einen in den üblichen militärischen Fächern ausgebildet werden, zum anderen aber auch zu repräsentativen Zwecken in quasi diplomatischer Mission unterwegs sind.
Die Bundesmarine unterhielt bis 1990 zwei derartige Schiffe: Das Segelschulschiff "Gorch Fock", das immer noch aktiv ist und das Schulschiff "Deutschland", das bis 1990 seinen Dienst versah und 1994 in Indien verschrottet wurde.
Schulschiffe der Handelsschifffahrt
Deutsche Schulschiffe
In der Handelsschifffahrt sind Schulschiffe heute nur noch vereinzelt in Gebrauch, da im Alltag an Bord die "praktische" Seemannschaft kaum noch benötigt wird.
Die bekanntesten deutschen Segelschulschiffe waren die Pamir und die Passat. Nachdem die Pamir 1957 in einem Sturm im Südatlantik unterging, wurde die Passat nicht mehr für die seemännische Ausbildung eingesetzt. 1959 wurde die Passat vor dem Abwracken gerettet und in Travemünde aufgelegt, wo sie besichtigt werden kann.
Das "Schulschiff Deutschland" der Handelsschifffahrt wurde bis vor kurzem als Wohn- und Ausbildungsplatz für die Seemannsschule in Bremen eingestzt. Nachdem sie hierfür nicht mehr benötigt wurde, kann sie heute in Bremen-Vegesack besichtigt werden.
Das letzte deutsche Segelschulschiff der Handelsschiffahrt ist die Ketsch "Seute Deern" (nicht zu verwechseln mit dem Museumsschiff Seute Deern in Bremerhaven). Nachdem es für angehende Kapitäne keine Pflicht mehr war, auf einem Segelschiff zu lernen, wird sie seit 1972 vom Verein Clipper DJS für Jugendsegelfahrten eingesetzt.
Schulschiffe anderer Nationen
In vielen Staaten wird in der zivilien und militärischen Seefahrt nach wie vor wird an der Tradition der Segelschulschiffe festgehalten. So wurden in den 80er- und 90er-Jahren des letztes Jahrhunderts auf der Danziger Werft secht weitestgehend identische Schulschiffefür die auch heute noch im Einsatz sind. Es handelte sich dabei um die Schiffe Dar Mlodziezy (Polen), Mir, Nadesha und Pallada (alle Rußland) sowie Khersones und Druzhba (alle Ukraine) Die in Deutschland bekanntesten Schiff dieser Serie sind die Khersones und die Mir, auf denen auch die Möglichkeit besteht, als Mitsegler (Trainee) an Reisen teizunehmen.
Weitere bekannte Segelschulschiffe sind z.B. die russischen Viermastbarken Kruzenshtern und Sedov, welche ebenfalls, wie die meisten von er Handelsmarine betriebenen Segelschulschiffe, Trainees an Bord nehmen. Keine Mitsegelmöglichkeiten bestehen i.d.R. auf allen Segelschulschiffen, die von den Kriegsmarinen ihren jeweiligen Eignerstaaten betrieben werden. Beispiele hierfür sind die protugiesische Sagres oder die für die US Coast Guard fahrende Eagle.
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