Schulsystem in der DDR
In der DDR war das Schulsystem einheitlich. Die Ferien begannen und endeten überall zur gleichen Zeit.
- Die Kinderkrippe war für die 0 bis 2 jährigen, wo sie ganztags betreut wurden.
- Der Kindergarten war für die 2 bis 6 jährigen.
- Die Polytechnische Oberschule (POS) begann ab 6 Jahren. Der Stichtag für die Einschulung war der 31. Mai. Die POS umfasste 10 Jahre. In der 10. Klasse wurde eine Abschlussprüfung abgelegt. Diese war DDR-weit einheitlich.
- Die Erweiterte Oberschule (EOS) führte in 2 Jahren zum Abitur. Der Zugang zur EOS war stark begrenzt (etwa 10% der 10. Klasse) und hing von den Noten, der politischen Einstellung und dem Berufsziel ab.
- Alternativ gab es auch noch die Berufsausbildung mit Abitur um das Abitur zu erreichen. Diese dauerte im Durchschnitt 3 Jahre. Also ein Jahr länger als eine normale Berufsausbildung oder die Erweiterte Oberschule.
- Mit dem Abschluss der 10. Klasse (POS) konnte jeder eine Berufsausbildung ablegen. Der Staat garantierte die Zuteilung eines Ausbildungsplatzes für jeden Schulabgänger.
- Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung konnte man an einigen Universitäten einen Vorkurs für junge Facharbeiter für ein Jahr belegen, um die Hochschulreife zu erlangen. Voraussetzung war, das die Berufsausbildung fachlich zum Studium passte. Die Hochschulreife galt nur für wenige Studienrichtung.
- Mit Abitur oder Hochschulreife konnte man ein Studium beginnen. Vorrausetzung für Männer war die Zustimmung des Wehrersatzamtes der NVA: soweit keine besonderen Gründe dem widersprachen, war der Wehrdienst vor dem Studium abzuleisten. Während des Studiums gab es keine Unterbrechungen durch den Wehrdienst. Jeder Abiturient konnte einen Studiumplatz bekommen, weil die Begrenzung über die Zulassung zum Abitur oder zum Erwerb der Hochschulreife erfolgte.
- Das DDR-System ähnelt einer Gesamtschule mit angeschlossener Gymnasialstufe der Bundesrepublik. In vielen neuen Bundesländern ist dies heute die verbreitetste Schulform.
- Neben dem POS/EOS System gab es Sonderformen, einschliesslich Elitenförderung über sogenannte Klassen mit erweiterten Anforderungen, die teils zu eigenständigen Spezialschulen (insbesondere Sportschulen) zusammengefasst wurden.
- Lernschwache Schüler konnten vorübergehend auf eine sogenannte Sonderschule mit intensiverer Betreuung wechseln. Ein Abschluss dort war nicht vorgesehen. Lernschwache Schüler konnten auf eigenen Wunsch frühestens nach der 8. Klasse der POS und nach frühestens 10 Schuljahren abgehen.
- Lernstarke Schüler wurden in der ersten Tranche (etwa 3%) nach der 3. Klasse ausgesondert. Diese Klassen mit erweiterten Anforderungen waren regelmässig einer POS angeschlossen und führten zum Abschluss der 10. Klasse. Insbesondere Russischklassen waren die häufigste Form.
- Lernstarke Schüler wurden in der zweiten Tranche (etwa 3%) nach der 8. Klasse ausgesondert. Diese Klassen mit erweiterten Anforderungen waren regelmässig einer EOS angeschlossen und führten zum Abschluss des Abiturs. Der Prüfungsgang der 10. Klasse war auch hier Pflicht.
Historie
Das System zwischen POS und EOS hat sich mehrere mal geändert. Details findest Du unter Polytechnische Oberschule und Erweiterte Oberschule.
