Schulsystem in Italien

Das Schulsystem in Italien sieht eine Schulpflicht von 6 bis 15 Jahren (bis zum Jahre 2000 bis 14 Jahren) sowie eine Pflicht zur Teilnahme an Ausbildungsmaßnahmen, bis zum vollendeten 18. Lebensjahr vor. Das Schulsystem ist in Italien einheitlich, grundsätzlich gibt es in allen 20 italienischen Regionen das selbe einheitliche Schulsystem. Der Schulbesuch ist in der Pflichtschule kostenlos. Nach fünf Jahren in der Scuola Elementare (Grundschule) folgen drei Jahre auf der Scuola Media Unica (Mittelschule, entspricht der Sekundarstufe I). Im Anschluss daran bieten weiterführende Schulen wie das Istituto Tecnico Industriale (Gewerbeoberschule), das Istituto Professionale (Berufsschule) und das Liceo (Wissenschaftliches Lyzeum) eine berufsspezifische Ausbildung, oder eine Vorbereitung auf die universitäre Ausbildung an. Diese ist jeweils gebührenfrei, Kosten für Schulbücher und Unterrichtsmaterialen müssen jedoch selbst erbracht werden.

Die in Klammern stehenden Übersetzungen sind die Namen dieser Schulen in Südtirol. Die Stundenpläne sämtlicher Schulen (auch der Oberschulen) sind fest definiert und können vom Schüler nicht beeinflusst werden. Die Teilnahme an sämtlichen Stunden ist Pflicht (Ausnahme: Religionsunterricht). Durch die feste Zuteilung, sind Schüler, die gesamte Schulkarriere über fest in Klassen eingeteilt. Einzig und allein durch den Schulwechsel und dem Wechsel der Schulstufen, ändert sich die Klassenzugehörigkeit.

In Südtirol erfolgt der Unterricht wahlweise auf Deutsch, oder auf Italienisch (jedoch auf getrennten Schulen). Erste Fremdsprache ist jeweils die andere Sprache.

Bereits im ersten Schuljahr, spätestens aber im zweiten Schuljahr, lernen die Grundschüler eine Fremdsprache. Dies ist üblicherweise Englisch, teilweise jedoch auch Französisch und in Südtirol Italienisch respektive Deutsch, für die italienische Minderheit.

Charakteristisch für das italienische Schulsystem ist auch der Religionsunterricht. In der Grundschule beschäftigt sich dieser mit katholischen Bibelunterricht. In der Mittelschule werden daneben auch die Weltreligionen behandelt und in der Oberschule ethische und moralische Erziehung. In allen Schulstufen, kann der Religionsunterricht jedoch auch abgewählt werden.

Inhaltsverzeichnis

Versetzung und Zurückreihung

Im italienischen Schulsystem können Schüler, die das Schuljahr mit nicht genügendem Ergebnis abgeschlossen haben, nicht versetzt werden. Der oder die Schülerin müssen (nach der Pflichtschule: können) das Schuljähr dann wiederholen. Wird ein Schüler zweimal nicht versetzt, kann die Schule die Wiedereinschreibung verweigern. Eine Einschreibung in einer anderen Schule des gleichen Typs ist jedoch weiterhin möglich.

Die Entscheidung über die Versetzung trifft der Klassenrat, also eine Versammlung sämtlicher Lehrer einer Klasse. Im Zweifel entscheidet der Klassenlehrer, oder der Schuldirektor über die Versetzung. In der Grundschule erfolgt die Nichtversetzung, nur nach Zustimmung der Eltern.

In der Oberschule kann eine Versetzung mit Vorbehalt erfolgen. Wird ein Schuljahr mit nicht durchwegs positivem Ergebnis abgeschlossen, kann eine Versetzung mit Vorbehalt erfolgen. Der Schüler muss dann nach Beginn des folgenden Schuljahres eine Nachprüfung absolvieren, in der er beweisen muss, die Lernrückstände aufgeholt zu haben. Holt er diesen Lernrückstand nicht auf und weißt auch im Folgejahr einen Lernrückstand auf, wird der Schüler nicht versetzt.

Grundstufe und Weiterführende Schulen

Alter Tiefes Niveau Durchschnittliches Niveau Höheres Niveau (Begabte)
3-4-5
Scuola Materna
(Vorschule)
6-10
Scuola Elementare
(Grundschule)
11-13
Scuola Media Unica
((Sekundarstufe I)
14-19


Istituto Professionale
(Berufsfachschule)
Dauer: 5 Jahre
Istituto Tecnico Industriale
(Berufliches Gymnasium)
Dauer: 5 Jahre
Liceo
Gymnasium
Dauer: 5 Jahre
20
Maturità (Matura)
Fachhochschule Universität

Schultypen

Gymnasium

Das Gymnasium gliedert sich in Humanistischeses Gymnasium, Realgymnasium, Neusprachliches Gymnasium und Kunstlyzeum.

Diese vermitteln jeweils eine allgemeinbildende Ausbildung, die als Grundlage zur universitären Ausbildung dienen sollen. Das Realgymnasium legt Schwerpunkte auf wissenschaftliche Themen wie Mathematik, Latein und Kenntnisse in Physik und Chemie. Das Neusprachliche Gymnasium legt stattdessen Wert auf Sprachkenntnisse in Englisch, Deutsch, Latein und Französisch.

Fachoberschule

Die Fachrichtungen in der Fachoberschulen sind Handelsoberschule, Gewerbeoberschule, Oberschule für Geometer, Oberschule für Landwirtschaft, Oberschule für Soziales (Frauenoberschule).

Diese vermitteln eine spezifischere, berufbildende Ausbildung. Der Abschluss einer Fachoberschule berechtigt allerdings auch zum Zugang auf Universitäten und Fachhochschulen. Die Gewerbeobschule wiederum gliedert sich in mehrere Fachbereiche wie Informatik, Elektronik und Elektrotechnik, die Schwerpunkte auf Fachthemen richten. Die Gewerbeoberschule gilt auch als anspruchsvollste Fachoberschule und steht zum Beispiel dem allgemeinbildenden Realgymnasium um nichts nach.

Die Handelsoberschule soll Grundverständnisse für kaufmännische Berufe bringen.

Pädagogische Oberschulen

Lehranstalten

Integration Behinderter

Behinderte sind von der Schulpflicht befreit und es gibt keine Sonderschulen in Italien. Dennoch können Kinder mit Behinderungen, seit dem Schuljahr 1976 in der regulären Schule unterrichtet werden. In der Grund- und Mittelschule erhalten diese, oder besonders schwache Schüler mit Lernstörungen eine besondere Lehrkraft, die während des Unterrichtes ausschließlich dem oder der behinderten Schüler/innen zu Seite steht.

Besonderheiten hier sind:

Weblinks

Siehe auch: Gymnasium, Realschule, Grundschule, Fachoberschule, Schulsystem, Schule

See also: Schulsystem in Italien, 1976, Abendschule, Ausbildung, Behinderte, Behinderung, Berufsfachschule, Chemie, Deutsch, Elektronik