Schwämme
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| none|300px|ElefantenohrenschwammElefantenohrenschwamm | ||||||||||||
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Die Schwämme (Porifera) bilden einen Tierstamm innerhalb der Abteilung der Gewebelosen (Parazoa). Sie leben allesamt im Wasser und kommen in allen Meeresgewässern der Erde vor.
Es gibt über 7500 Arten von wenigen Millimetern bis über 3 Meter Höhe. Die Gestalt der meisten Arten ist abhängig von Ernährung und Milieu. Im Unterschied zu den Gewebetieren (Eumetazoa) haben Schwämme keine Organe.
| Inhaltsverzeichnis |
Bau
Der Schwammkörper kann in drei Schichten gegliedert werden:
- Die Deckschicht, das so genannte Pinakoderm, besteht aus flachen, meist unbewimperten Zellen (Pinakocyten), welche sich rasch voneinander lösen und mit anderen Zellen Bindungen eingehen können. Die Pinakocyten sind zur Nahrungsaufnahme fähig, welche sie gemeinsam mit den Amoebocyten der Mesogloea bewerkstelligen. In der Deckschicht liegen die Ostien des Kanalsystems.
- Die Gastrodermis beziehungsweise das Choanoderm besteht aus Choanocyten (Kragengeißelzellen). Diese ähneln den Kragengeißeltierchen (Choanoflagellata) und sind zu Phagocytose und Pinocytose fähig.
- Die Mesogloea ist eine bindegewebsartige Mittelschicht zwischen den beiden anderen Schichten. Sie stellt meist die Hauptmasse des Körpers. In einer Glycoproteinreichen Grundsubstanz liegen und wandern verschiedene Zellen, deren Klassifikation noch nicht endgültig geklärt sind:
- Archeocyten (mitotisch aktive, mobile, phagocytierende Zellen aus welchen andere Zellen gebildet werden können).
- Collencyten (produzieren Kollagen)
- Lophocyten (bilden Kollagenfibrillen, welche schwanzartig hinter den wandernden Zellen hergezogen werden)
- Spongiocyten (bilden Spongin)
- Sklerocyten (bringen Spicula hervor)
- Geschlechtszellen
Oft wird auch der neutrale Begriff Amoebocyten für diese Zellen verwendet. thumb|280px|right|Spiculae eines Pachastrelliden In der Mesogloea wird auch das aus Calcit oder amorphem Siliziumdioxid bestehende Skelett gebildet. Bei den Demospongiae spielt auch Spongin eine wichtige Rolle. Das Skelett besteht aus Spiculae (Hartkörpern), welche ein Produkt der Sklerocyten sind. Ihre Gestalt ist für die Systematik rezenter und fossiler Schwämme von Bedeutung. Je nach Ausbildung des Gastralraumes können drei Bautypen der Porifera unterschieden werden:
- Ascon-Typ mit undifferenzierter Wandung
- Sycon-Typ mit radialen Kammern
- Leucon-Typ mit taschenförmigen Kammern in der Wandung
Fortpflanzung und Entwicklung
Schwämme sind getrenntgeschlechtlich oder zwittrig, Spermien entstehen häufig aus Choanocyten, die Eier aus Archeocyten. Die Befruchtung erfolgt im Körper. Die Larve der Kalkschwämme und Homoscleromorpha ist eine freischwimmende Blastula, welche sich mit der Urmundregion festheftet und gastruliert. Ist die Blastula in einen vorderen, begeißelten Teil (späteres Entoderm) und einen unbegeißelten Teil (späteres Ektoderm) differenziert, spricht man von einer Parenchymula-Larve. Diese ähnelt der Planula der Nesseltiere (Cnidaria), unterscheidet sich jedoch von dieser dadurch, dass sie sich mit dem oralen Pol festsetzt und das Innengewebe im Gegensatz zur Planula die Außenschicht bildet.
Dauerstadien
Viele limnische Schwämme haben die Fähigkeit Überdauerungstadien, so genannte Gemmulae, zu bilden. Diese bestehen aus dikaryoten Archeocyten, welche von einer Schicht aus Spongin und besonderer Nadeln (Spicula) umhüllt werden.
thumb|Badeschwamm
Verwendung
Die Skelette dieser Schwämme eignen sich durch ihre Saugfähigkeit sehr gut als Badeschwamm. Auch der künstlich hergestellte Badeschwamm hat aufgrund seiner Eigenschaften die Bezeichnung übernommen. Dasselbe gilt für den Tafelschwamm in der Schule.
Siehe auch: Systematik des Tierreiches
