Schwarzer Peter

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Kartenspiel „Schwarzer Peter“. Für den gleichnamigen Räuber und Zeitgenossen des Schinderhannes siehe Johann Peter Petri.


Schwarzer Peter heißt ein Kartenspiel in der Art eines Quartettspiels, bei dem eine Karte den Schwarzen Peter (auch Peterkarte genannt) darstellt, der in keine der Serien passt. Der Mitspieler, der diese Karte beim Schluss des Spieles besitzt, ist der Verlierer, dem man mitunter zur Strafe die Nase schwärzt.

Dieses Kartenspiel wurde angeblich von dem Räuber Johann Peter Petri im Zuchthaus von Bicetrè bei Paris nach 1812 erfunden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprünglich spielte man „Schwarzer Peter“ mit Skatkarten. Man warf aus einem vollständigen Spiel die Buben heraus. Wer zuletzt den so genannten "Schell-Wenzel" in der Hand behielt, den malte man mit einem angebrannten Korkstück einen schwarzen Strich auf die Nase. Das Spiel dauerte so lange, bis jeder Beteiligte eine schwarze Nase hatte.

Das älteste bekannte „Schwarzer-Peter-Spiel“ stammt aus der Biedermeierzeit um 1830. Seit dieser Zeit werden spezielle Kartenspiele hergestellt, denen man eine zusätzliche Karte - die so genannte Peterkarte - beimischte. Der Dortmunder Sammler Klaus Thiel hat im Laufe von zwei Jahrzehnten insgesamt mehr als 1.000 „Schwarzer-Peter-Spiele“ aus der ganzen Welt gesammelt. Seine weltweit größte Schwarzer-Peter-Sammlung wurde teilweise in mehreren Sonderausstellungen gezeigt.

Regeln und Material

Meistens besteht das „Schwarzer-Peter-Spiel“ aus 31 Karten, nämlich der Peterkarte und 15 Kartenpaaren. An dem Spiel können sich zwei bis vier Personen beteiligen. Bei mehr Personen bleiben weniger Karten für die Hand übrig, dennoch ist auch eine Runde mit 6 Personen denkbar. Die Karten werden zu Beginn gleichmäßig an alle Spieler verteilt. Wer ein zusammengehörendes Pärchen besitzt, darf dieses ablegen. Nun beginnt der links vom Geber sitzende Spieler damit, eine Karte von einem anderen Mitspieler aus dessen verdeckter Hand zu ziehen. Kann er damit ein Pärchen bilden, ist er erneut dran. Ansonsten darf sein Nachbar weiter machen. Da der Schwarze Peter (in Kartenspieler für Kinder ist dies meist ein Schwarzer Kater oder aber eine zwielichtige Gestalt) kein Pendant besitzt und demzufolge nicht abgelegt werden kann, bleibt er als einziger übrig.

Weitere Bedeutungen

Im Sprachgebrauch und in den Medien wird oft der Ausdruck „den Schwarzen Peter zuschieben“ verwendet. Damit ist gemeint, dass jemand die Schuld an etwas angelastet wird. Der „Schwarze Peter“ ist demnach auch heute noch in aller Munde - allerdings erinnert sich dabei fast niemand an den einstmals gefürchteten Räuber aus dem Hunsrück und Odenwald.

Unter dem Namen "Schwarzer Peter" gibt es auch Bücher, Gedichte, Märchen, ein Musical, Drinks, Kuchen, Torten, Restaurants und Vereine.

Weblinks

See also: Schwarzer Peter, 1812, 1830, Biedermeier, Hunsrück, Johann Peter Petri, Johannes Bückler, Kartenspiel, Kater, Odenwald