Schwarzweißfotografie

Schwarzweißfotografie bezeichnet die Fotografie mit Filmen, die nur Helligkeitsunterschiede wiedergeben können.

thumb|Beispiel: Schwarzweißfotografie einer Brücke thumb|Beispiel: Schwarzweißfotografie mit rotem Filterglas vor dem Objektiv

Sie ist das älteste Verfahren der Fotografie überhaupt. Sie ist heute weitestgehend durch die Farbfotografie abgelöst worden. Sie spielt aber noch eine Rolle in der Astrofotografie, da Schwarzweißfilme mit höherer Empfindlichkeit verfügbar sind, und in anderen Bereichen der wissenschaftlichen Fotografie. Außerdem wird Schwarzweißfilm gerne verwendet, wenn es darum geht, das Auge auf bestimmte Bestandteile des Bildes zu lenken, z.B. den Gesichtsausdruck einer Person, oder die Formensprache des Motivs. Das kann beispielsweise in der Aktfotografie, Portraitfotografie, Landschaftsfotografie, Architekturfotografie oder Reportagefotografie der Fall sein.

Bedeutung besitzt das Verfahren auch durch die Möglichkeit, durch das Vorsetzen von farbigen Gläsern vor das Objektiv bestimmte Farben in ihren Grausschattierungen aufzuhellen oder abzudunkeln:

Daneben gibt es auch noch gelb-grüne und orange Filtergläser, mit denen die oben beschriebenen Effekte kombiniert oder auch abgeschwächt werden können. Dagegen hat die Verwendung blauer Filtergläser in der Schwarzweißfotografie kaum eine Bedeutung.

Während in den Anfangsjahren der Fotografie orthochromatische Filme verwendet wurden, versuchte die Industrie, die Filme immer mehr in Richtung panchromatischer Emulsionen zu entwickeln. Dies wurde teilweise durch den Gebrauch des Suffix 'pan' bei Filmnamen, wenn auch wirkliche Panfilme nie erreicht wurden, s/w Filme geben die Wirklichkeit immer etwas anders wieder als das menschliche Auge oder die Physik. Aufgrund der meist verwendeten 3-Schichttechnologie bei Farbfilmen sind diese vergleichsweise dicker als s/w- Filme. Dies führt zu dem Umstand, dass s/w- Filme technisch bedingt schärfer abbilden können als vergleichbare Farbfilme. Eine Ausnahme bilden die einschichtigen KodaChrome- Filme, deren Entwichlungstechnologie und -chemie von der Firma Kodak seit Jahrzehnten geheim gehalten wird. Diese teuren Filme bieten eine bessere Brillianz und Schärfe als vergleichbare Mehrschichtfilme anderer Hersteller. Der Qualitätsunterschied ist aufgrund von Weiterentwicklungen aller Hersteller nicht mehr so groß wie vor etwa 10 Jahren da die Farbschichten immer dünner werden.

Das Filmkorn hochempfindlicher s/w Filme wird gern als Gestaltungsmittel eingesetzt und kann während der Filmentwicklung gezielt beeinflußt werden (höhere Konzentration des Entwicklers, höhere Temperaturen bei kürzerer Entwicklung). Gern wird dafür der Entwickler Rodinal (in der DDR unter dem Handelsnamen R09 vertrieben) verwendet, welcher seit über 100 Jahren hergestellt wird. Das Filmkorn ist ausgeprägter und wird subjektiv weniger als störend empfunden als in der Farbfotografie.

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