Schwerelosigkeit

Als Schwerelosigkeit wird im Allgemeinen ein Zustand bezeichnet, bei dem eine Masse kein Gewicht hat, sie also Schwere los ist. Wird einem Körper, der mittels Gravitation angezogen wird, kein Widerstand entgegengesetzt, entsteht dieser Zustand. Alle Zustände der Schwerelosigkeit sind genau genommen Formen des "freien Falls". Eine gravitationsloser Punkt ist im Universum kaum denkbar, da sich die Gravitationskraft unendlich ausdehnt und somit überall wirkt.

Schwerelos ist ein Körper in folgenden Fällen:

Schüler eines Bremer Gymnasium zeigten, dass sich solche Experimente zur Schwerelosigkeit auch in die Schule holen lassen. Sie präsentierten bei „Jugend forscht 2002" einen Minifallturm, der Fallversuche in jedem (Klassen-)Zimmer erlaubt. Sie nahmen sich den Fallturm ihrer Heimatstadt zum Vorbild und konstruierten einen 2 m hohen Turm. Die Fallzeit von 0,6 Sekunden reicht schon, um dem Computer mittels Videosignal und Kamera verwertbare Daten aus der Fallkapsel zu liefern. Damit ließ sich nicht nur die Verbrennung erforschen, die Schüler haben auch weitere Versuche zu Magnetismus, Drehbewegungen, Oberflächenspannung und Kapillarkräften entwickelt.

Technische Probleme in der Schwerelosigkeit

thumb|Tropfen in Mikrogravitation Schwerelosigkeit kann bei empfindlichen technischen Geräten (besonders bei solchen mit zahlreichen beweglichen Teilen) Probleme verursachen. Physikalische Prozesse, die von der Gravitation abhängen (etwa die Konvektion) funktionieren im schwerelosen Zustand genauso wenig wie Geräte des Alltags wie Duschen, Waschbecken oder WCs. Daher sind in Raumfähren und Raumstationen speziell an die Schwerelosigkeit angepasste sanitäre Anlagen (etwa ein Klosett mit Fäkalien-Sauganlage) im Einsatz. Getrunken wird im Weltraum auch nicht aus Tassen, Gläsern oder Krügen, sondern aus verschließbaren Tuben oder Bechern mit Deckel und verschließbarem Strohhalm.

Reaktion des menschlichen Körpers auf Schwerelosigkeit

Der menschliche Körper reagiert auf Schwerelosigkeit vielfach mit der Raumkrankheit, die genauso wie die Reisekrankheit durch eine Verwirrung des Gleichgewichtssinns hervor gerufen wird. Mit fortschreitender Gewöhnung an den schwerelosen Zustand verschwinden die für die Raumkrankheit charakteristischen Symptome (Schwindelgefühl, Übelkeit bis zum Erbrechen, bei Männern sogar Potenzstörungen). Lang andauernde Schwerelosigkeit (2 Monate oder länger) führt jedoch zu einer Anpassung des menschlichen Körpers: Knochen- und Muskelmasse sowie das Blutvolumen schwinden, was vielen Raumfahrern bei der Rückkehr auf die Erde gesundheitliche Probleme bereitet. Zur Vorbeugung müssen sich Raumfahrer auf Langzeiteinsätzen daher (auf einem Laufband oder Ergometer) körperlich betätigen.

Der Wegfall der Gravitationswirkung führt aber auch zu einer spürbaren Entlastung des menschlichen Körpers (besonders im Wirbelsäulen- und Beinbereich). Auch schläft es sich im schwerelosen Zustand vielfach deutlich besser, da der Körper nicht gegen eine (womöglich zu harte) Unterlage gedrückt wird.

Weblinks

See also: Schwerelosigkeit, Bungee-Jumping, Ergometer, Fallschirm, Fluchtgeschwindigkeit, Freier Fall, Gewicht, Gleichgewichtssinn, Gravitation, Konvektion