Sea Launch

Sea Launch ist ein internationales Raumfahrt-Konsortium, das die Zenit-Trägerrakete von einer äquatornahen Bohrplattform aus startet. Beteiligt sind Boeing (verantwortlich für Nutzlasten und Starts), RKK Energija (Hersteller der Block DM-Oberstufe), SDO Yuzhnoye/PO Yuzhmash (Herstellung der Zenit) und Aker Kvaerner (verantwortlich für die Startplattform "Odyssey" und das Kommandoschiff "Sea Launch Commander").

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

[[Bild:SeaLaunch-Commander.jpg|thumb|Sea Launch Commander im Hafen von Long Beach]] [[Bild:SeaLaunch-Odyssey.jpg|thumb|Sea Launch Odyssey im Hafen von Long Beach]] Der Vorteil eines Weltraumbahnhofs in Äquatornähe liegt darin, dass dort die Rotationsgeschwindigkeit der Erde schon einen gehörigen Teil der für einen Orbit nötigen Geschwindigkeit bereitstellt, so dass die Rakete weniger Leistung aufbringen muss. Russlands Kosmodrome sind jedoch alle weit vom Äquator entfernt, so dass man sich überlegte, wie man trotzdem mit der günstigen Zenit wettbewerbsfähig starten konnte. Nach den ersten Studien 1993 entstand so 1995 das Projekt Sea Launch. Die nächsten 4 Jahre wurden zum Aufbau der Infrastruktur genutzt. So wurde das Kommandoschiff "Sea Launch Commander" gebaut und aus einer ausgedienten Ölbohrplattform entstand die Startplattform "Odyssey". Der Heimathafen von sowohl "Sea Launch Commander" als auch "Odyssey" befindet sich in Long Beach, Kalifornien. Einige Wochen vor einem Start wird die Zenit-Rakete in einen Hangar auf der Startplattform geladen, danach fahren sowohl das Schiff als auch die Startplattform zu einer Stelle im Pazifik, die bei ungefähr 154 Grad westlicher Länge, etwa 2200km südlich von Hawaii liegt. Kurz vor dem Start wird die Rakete aufgerichtet und die Startmannschaft wechselt auf die "Sea Launch Commander". Der Start selbst erfolgt ferngesteuert und mit einer unbemannten Startplattform. Zusätzlich zu der sich auf der Startplattform befindenden Rakete kann die "Sea Launch Commander" weitere Raketen transportieren. Davon wird jedoch kein Gebrauch gemacht, da die Startrate relativ niedrig ist, und so für beide Schiffe genug Zeit bleibt, um in den Heimathafen zurückzukehren. Gestartet wird mit der Zenit-3SL, einer Zenit-2 mit Block DM-Drittstufe und einigen Modifikationen für den Start von See aus. Der Erstflug mit einem Dummy-Satelliten fand 1999 statt, der erste kommerzielle Flug folgte noch im selben Jahr.

Für weitere technische Details der Rakete siehe: Zenit.

Anmerkungen

Sea Launch ist nicht die erste im Meer verankerte Startplattform. In den 70er Jahren wurde vor der Küste Kenias die San-Marco-Plattform zum Start von Scout- und Höhenforschungsraketen verankert. Von der Hubinsel "Barbara" erfolgten zu Beginn der 1970er Jahre einige Raketenerprobungen im Auftrag der Bundeswehr.

Starts

Datum Nutzlast Masse Orbit Kommentar
27. März 1999 Dummy-Nutzlast 4,5 t GTO erfolgreich
9. Oktober 1999 DIRECTV 1-R 3,5t GTO erfolgreich
12. März 2000 ICO F-1 2,7 t GTO Fehlstart
28. Juli 2000 PAS-9 3,7 t GTO erfolgreich
20. Oktober 2000 Thuraya-1 5,1 t GTO erfolgreich
18. März 2001 XM-2 ROCK 4,7 t GTO erfolgreich
8. Mai 2001 XM-1 ROLL 4,7 t GTO erfolgreich
15. Juni 2002 Galaxy IIIC 4,9 t GTO erfolgreich
10. Juni 2003 Thuraya-2 5,2 t GTO erfolgreich
7. August 2003 EchoStar IX/Telstar 13 4,7 t GTO erfolgreich
30. September 2003 Galaxy XIII/Horizons-1 4,1 t GTO erfolgreich
11. Januar 2004 Telstar 14/Estrela do Sul 1 4,7 t GTO erfolgreich
4. Mai 2004 DIRECTV-7S 5,5 t GTO erfolgreich
29. Juni 2004 Telstar-18 4,8 t GTO Teilerfolg
1. März 2005 XM-3 4,7 t GTO erfolgreich
26. April 2005 Spaceway-1 6 t GTO erfolgreich

Siehe auch: Weltraumbahnhof, Rakete

Weblinks

See also: Sea Launch, Boeing, Dummy, Erde, Hawaii, Kalifornien, Konsortium, Kosmodrom, Long Beach (Kalifornien), Orbit (Himmelsmechanik)