Sedimenteintrag
Die Sedimentation von Fließgewässer ist eines der hauptsächlichen Probleme bei der Renaturierung von Fließgewässern. Neuere Untersuchungen haben gezeigt das die chemische Belastung von Bächen und Flüssen durch die heutige Regulierung der Einleitungen aus der Industrie von den Organismen bewältigt werden kann. Eine hohe Stofffracht allerdings unterdrückt die Artenvielfalt so nachhaltig das selbst Mikroorganismen (Makrozoobenthos) keine Lebensgrundlage mehr haben. Diese benötigen meist eine kiesige Gewässersohle als Lebensraum. In den Zwischenräumen finden z.B. Fischlarven Schutz vor Strömung, Frost oder Räubern. Durch die Sedimentation der Gewässersohlen ist die Bachperlmuschel die noch um die vorletzte Jaghundertwende die meisten Gewässerstrecken in Deutschland bewohnte nahezu Ausgestorben.
Sedimenteintrag in Fließgewässer
Der Sedimenteintrag in Fließgewässer wird zwei Kategorien unterteilt.
Von diffusem Sedimenteintrag spricht man bei der seitlichen Erosion der Gewässerquerschnitte. Dabei werden bei starken Regenereignissen Sedimente abgetragen und in das Gewässer gespült. Die Bezeichnung diffus bezieht sich darauf das dies über weite Strecken entlang des Gewässers passiert. Unterstützt wird dieser Effekt meist durch eine falsche Beackerung und dem Raubbau bei den Gewässerrandstreifen.
Der punktueller Sedimenteintrag bezeichnet örtliche Sedimentquellen die sich oft mit gezielten Maßnahmen beheben lassen. Hier sind vor allem Regenwassereinleitungen zu nennen die sehr hohe Sedimentfrachten aus Industrie- oder Siedlungsgebieten transportieren. Aber auch der sogenannte Viehtritt ist eine häufige Erscheinung. Dies ist meist bei Weideflächen zu beobachten die durch Fließgewässer begrenzt werden. Das Weidevieh "zertrampelt" bei Trinken die Böschung und erhöht dadurch den Abtrag durch Erosion.
Die neuere Entwicklung aus dem Bereich Fließgewässerrenaturierung ist das Arbeiten mit ’’’Leitbildern’’’ (Leitbilder (Fließgewässer)). Hier werden die Standards definiert die ein natürliches Fließgewässer aufweisen soll. Da das Problem des Sedimenteintrages erst in den letzten Jahren erkannt wurde halten viele Limnologen eine von Sediment bedeckte Gewässersohle für ein natürliches Phänomen. Dies Spiegelt sich leider auch in der Beschreibung der Leitbilder wieder. Hier wird der Zustand der Sedimentation als natürlich definiert. Die geschieht entweder aus Unwissenheit oder um teure Renaturierungsmaßnahmen zu umgehen.
Links
Die Leitbilder für das Bundesland Schleswig-Holstein:
http://www.umwelt.schleswig-holstein.de/servlet/is/24417/fliessgew.pdf
Eine Diplomarbeit zum Thema Sedimenteintrag in Geestgewässer
http://www.christiankielhorn.de
