Seelilien
thumb|240px|Fossile Seelilienkronen
Seelilien (Crinoiden) gehören zum Stamm der Echinodermen und sind damit verwandt mit Seeigeln und Seesternen.
Die Seelilien treten seit dem Ordovizium auf und leben heute nur noch im Tiefseebereich südlich des Äquators (“Lebende Fossilien”). Während der mittleren Trias (Muschelkalk) trat die Seelilie im mitteleuropäischen Flachmeerbereich (Germanische Becken) so massenhaft auf, dass sie gesteinsbildend wurde (Trochitenkalk).
thumb|240px|Trochitenkalk
Die meisten Seeliliearten sind mit einem Stiel am Meeresboden befestigt und tragen am oberen Ende einen mit Plattenkränzen aufgebauten Kelch, welcher den Weichkörper des Tieres schützt. Vom Kelchrand aus verzweigen sich fünf Arme (fünfstrahlige Symmetrie), die an ihrer Unterseite mit Härchen versehen sind. Mit ihrer Hilfe dieser Wimpern wird Plankton gefiltert und in den Mund befördert.
Neben den festsitzenden Formen kommen auch frei schwimmende Seelilien vor. Während der schwarzen Jura (Lias) gab es z.B. aufgrund der lebensfeindlichen Verhältnisse (Sauerstoffmangel) in tieferen Meeresbereichen nur frei schwimmende Seelilien. Sie lebten entweder in Kolonien an Treibhölzer angeheftet oder als Einzeltiere. Die größte Seelilienkolonie, die weltweit je gefunden und präpariert wurde, ist im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden ausgestellt. Sie ist 18 m × 6 m groß. Sie wuchs an einem 12 Meter langen Treibholz fest.
Der Stiel besteht aus einzelnen Stielgliedern (Trochiten), die in der Mitte einen Nervenkanal besitzen. In der vorchristliche Zeit wurde u.a. in Mitteleuropa bei fossilen Trochiten der ehemalige Nervenkanal wieder freigebohrt und die einzelnen Glieder zu einer Halskette aufgefädelt. Bei den Germanen galten die Trochiten als Zeichen der Tapferkeit. Im Zuge der Christianisierung mußte die Bevölkerung ihre Trochiten abgeben (Bonifatiuspfennige). Trochiten wurden nachweislich bis ins 18. Jahrhundert als Heilmittel verwendet. Sie sollten bei verschiedenen Krankheiten helfen, wie z.B. Epilepsie, Melancholie oder auch Nasenbluten.
Siehe auch: Elm
