Sega 32X
Das 32X von Sega war eine 1994 entwickelte Hardwareerweiterung für den Mega Drive, die aus der 16-bittigen Videospielkonsole ein 32-Bit-Gerät machen sollte. Da die Entwicklung einer Hauruckaktion glich, das Marketing mieserabel war und (die technisch überlegenen Next-Generation-Konsolen) Sony Playstation sowie der Saturn aus dem eigenen Hause 1995 bereits in den Startlöchern standen, wurde das 32X zu einem der größten Mißerfolge Segas.
Namen und Release
Die Entwicklung des 32X (Kodename: Mars) erfolgte in den USA seit Anfang 1994, dort wurde das Gerät ab November 1994 als Genesis 32X verkauft. Damit folgte man dem US-Namen des Mega Drive, Genesis. In Japan kam die Konsole bereits im Dezember des gleichen Jahres noch pünktlich zum Weihnachtsgeschäft als Super 32X auf dem Markt. Erst ab Januar 1995 erfolgte der Verkauf in Europa und Australien als Mega Drive 32X, somit wurde wie in den USA das Grundgerät hervorgehoben. Bedingt durch die verschiedenen Namen wird das Gerät heutzutage häufig nur noch als Sega 32X bzw. 32X bezeichnet. Der ursprüngliche Verkaufspreis in Deutschland betrug 399 DM, etwa 204 Euro.
Funktionsweise
Das 32X wird in den Modulschacht des Mega Drive gesteckt, dessen Audio-/Videoanschluß wird mittels eines Kabels extern an das 32X herangeführt, die Ausgabe an das TV erfolgt vom 32X aus. Damit wird die ursprüngliche Farbzahl von 64 (gleichzeitig) bzw. 128 (mittels HAM) aus 512 auf 32768 Farben erhöht, dabei sind je nach Modus 256 (1 Byte, Farbpalette) bzw. 32768 (2 Byte, direkt adressiert) Farben gleichzeitig darstellbar. Des Weiteren kommen 4 Soundkanäle hinzu. Als Speichermedium fungieren Module, die in allen 3 Versionen die gleiche Form haben und sich nur durch eine Regionsabfrage abspielen (oder blockieren) lassen. Vorhandene Mega-Drive-Module lassen sich (bis auf Virtua Racing, welchess einen SH-1-Chip enthält) problemlos auch mit einem aufgestecktem 32X abspielen, die Daten werden über den Modulbus zum Mega Drive durchgeschleift. Sofern man ein Sega CD bzw. Mega CD besaß, konnte man auch Spiele auf 32X-CD benutzen. Um nicht zwei Geräte haben zu müssen, entwickelte man bei Sega den Neptun, ein Mega Drive mit integriertem 32X, das Gerät kam jedoch nie über einen Prototypen hinaus.
Prozessoren
Als Hauptprozessoren dienen 2 SH-2-Prozessoren mit 23 MHz. Der mit ca. 8 MHz getaktete MC-68k-Prozessor des Mega Drive dient als Koprozessor zum Booten, für die Abfrage der Controller und auch weiterhin um vorhanden 68k-Kode auszuführen. Des Weiteren kann auch der mit ca. 4 MHz getaktete Z80 weiterhin als Soundprozessor verwendet werden.
