Kernseife
Bei der Kernseife handelt es sich um eine Seife, die aber aufgrund ihrer Eigenschaften weniger für die Körperpflege sondern eher zum Wäschewaschen verwendet werden sollte. Im Gegensatz zu anderen Seifen enthält die Kernseife kein natürliches Glycerin. Für die Körperpflege wurden die Feinseifen erfunden. Es sind pilierte Kernseifen mit pflegendem Fettzusatz, etwa Lanolin, sowie Parfüm und Farbstoffen.
Erste Aufzeichnungen von Rezepten, die die Herstellung von Seifen im alten Ägypten belegen, sind aus dem Jahre 600 vor Christus bekannt. Bei der Kernseife handelt sich um eine der ersten festen Seifen, die hergestellt werden konnte. Die Entdeckung wird den Arabern zugeschrieben, die schon etwa im 6. oder 7. Jahrhundert Kernseife herstellten.
Chemisch gesehen ist Kernseife das Natriumsalz von Fettsäuren. Man bezeichnet die Kernseife deshalb auch als Natronseife. Im Gegensatz dazu sind die Kaliumseifen Schmierseifen.
Eigenschaften
Da Kernseife alkalisch reagiert, kann sie bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen und bei häufiger und intensiver Anwendung den Säureschutzmantel der Haut schädigen. Beim Waschen von Naturfaserprodukten (zum Beispiel Seide, Wolle) kann die alkalische Eigenschaft zum Verfilzen und zur Zerstörung der Faser führen.
Die Säurereste der in der Kernseife enthaltenen Fettsäuren reagieren mit den in hartem Wasser enthaltenen Erdalkalimetall-Ionen (zum Beispiel Calcium- und Magnesium-Ionen) und bilden unlösliche, sogenannte Kalkseifen. Sie trüben die Lösung, verhindern eine Schaumbildung und können sich auf den Textilien ablagern, wodurch die Wäsche hart und grau wird. Natürlich wird auch die Waschkraft verringert.
Haare werden durch Kernseife stumpf, weshalb sie auch bei Dreadlocks verwendet wird.
Herstellung
Man erhitzt ein beliebiges Fett und gibt nach und nach in kleinen Portionen Natronlauge hinzu. Nach einiger Zeit erhält man eine zähflüssige Emulsion.
Zum Aussalzen wird die rohe Seifenmasse mit Wasser verdünnt und erwärmt, bis sich alles aufgelöst hat. Es wird dann eine gesättigte Kochsalz-Lösung hinzugegeben, durch die sich zwei Phasen bilden. Lässt man das Ganze mehrere Stunden stehen. bildet sich an der Flüssigkeitsoberfläche eine feste Seifenschicht, die sich abheben lässt. Die entstandene Seife kann so aber noch nicht benutzt werden, da sie noch erhebliche Mengen an Natriumhydroxid (aus der Natronlauge) enthält, weswegen die Seife ätzend wirken würde.
Durch wiederholtes Aufkochen mit Wasser und Kochsalzlösungen wird der Laugen-Anteil immer weiter verringert, bis er ungefährlich ist.
