Seitenwagen
Seitenwagen ist die Bezeichnung für ein neben einem Zweirad, meist Motorrad mitgeführten, einspurigen Wagen. In Verbindung mit der Zugmaschine spricht man von einem Gespann.
Normalerweise besteht der Seitenwagen aus einem Rahmen, der Karosserie, auch Boot genannt, und der Radaufhängung. Das Boot dient der Aufnahme von Passagieren und/oder Gepäck.
Besondere Seitenwagenkonstruktionen sind selbsttragend ausgelegt, das heißt, sie haben keinen besonderen Rahmen zur Aufnahme der Radaufhängungskomponeten und der Seitenwagenanschlüsse, sondern diese werden durch die Karrosserie gehalten.
Ein Seitenwagen kann an die meisten heute erhältlichen Motorräder nicht ohne Weiteres montiert werden, weil diese dafür weder geeignet noch zugelassen sind. Ein seitenwagentaugliches Motorrad benötigt einen speziellen Rahmen, der die Querkräfte aufnimmt. Wesentliche Merkmale seitenwagentauglicher Motorräder sind üblicher Weise auch, dass sie anstelle der Vorderrad- Telegabel eine Schwinge mit zwei Federbeinen aufweisen und dass sie niedriger gebaut sind. Für den Seitenwagenbetrieb benötigt das Motorrad zur Verminderung des Verschleißes für den Solobetrieb ungeeignete Reifen mit "Autoreifen-Querschnitt", das heißt mit flacher, breiter Lauffläche. Ein Motorradgespann ist ein asymetrisch angelenktes Fahrzeug, d.h. seine Lenkachse ist außermittig angeordnet. Dies macht beim fahren den besonderen Reiz aus, da es nicht wie ein Solomotorrad oder ein Auto fährt.
Bis 1965 gab es eine Weltmeisterschaft von Motorrädern mit Seitenwagen, die sogenannten Beiwagen-Weltmeisterschaft.
