Sekt

Sekt ist ein alkoholisches Getränk mit Kohlensäure. Dabei beträgt der Alkoholgehalt mindestens 10%. Der Name leitet sich vom lateinischen siccus (= trocken) ab. Sekt zählt zu der Gruppe der Qualitäts-Schaumweine.

Inhaltsverzeichnis

Herstellung

Sekt wird hergestellt, indem man im sogenannten Sektgrundwein durch Zugabe von Zucker und Hefe (Tirage) eine zweite Gärung einleitet. Ziel ist, die hierbei entstehende Gärungskohlensäure als prickelndes Mousseux im Wein zu binden. Entscheidend ist daher die Verwendung druckfester und gasdichter Gärgebinde, um das Entweichen der Kohlensäure zu verhindern. Über die Zuckerzugabe kann der gewünschte Kohlensäuregehalt im Sekt eingestellt werden. In der Literatur wird ein Wert von 4 g/l Zucker angegeben, um 1 bar Kohlensäure in der zweiten Gärung zu erzielen. Ziel ist ein Überdruck im Sekt von 5 bis 6 bar, entsprechend also 20 bis 24 g Tiragezucker je Liter Sektgrundwein.

Bei der Sektherstellung kommen hauptsächlich 2 Verfahren zur Anwendung:

Mindestanforderungen

Geschmacksrichtungen

Je nach Süße unterscheidet man beim Sekt zwischen folgenden Geschmacksrichtungen: (Vorgeschriebene Bezeichnungen)

Geschichte

thumb|100px|left|Krimsekt 1826 gründete Georg Christian Kessler die erste deutsche Sektkellerei in Esslingen am Neckar. Er hatte sein Wissen aus der Champagne mitgebracht, wo er in einem Champagnerhaus gelernt hatte. Es dauerte jedoch längere Zeit, bis die Sektbereitung so weit perfektioniert war, dass die Ausfallquoten durch platzende Flaschen auf ein vertretbares Niveau gesenkt worden waren.

1902 wurde zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte die Sektsteuer eingeführt, die nur zwischen 1933 bis 1941 in Deutschland nicht erhoben wurde. Bis in die 1970er Jahre galt ein staatliches Sektmonopol, welches nur Kellereien die Sektherstellung erlaubte. Erst durch einen Gerichtsbeschluss in den 1970er Jahren erhielten auch Weingärtnergenossenschaften und Winzer das Recht zur Versektung und Vermarktung ihrer Weine. Dadurch gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Sekten aller Qualitäten und Preisklassen.

Auch in anderen europäischen Ländern hat die Sektherstellung seit dieser Zeit einen deutlichen Aufschwung erlebt. In Frankreich darf ebenfalls nur Sekt aus der Champagne mit Champagner in Verbindung gebracht werden. Schaumweine nach der "méthode champenoise" aus anderen Anbaugebieten werden unter der Bezeichnung "Crémant" (ursprünglich eine Bezeichnung für feinperligen Champagner) vermarktet: Crémant d'Alsace, Crémant de Bourgogne, Crémant de Limoux, Crémant de Loire. Im Großherzogtum Luxemburg wird der Crémant de Luxembourg hergestellt. Spanische Sekte nach der Flaschengärmethode nennen sich Cava. Deutsche Sekte, die von Winzern in Flaschengärung hergestellt werden, dürfen sich Winzersekt nennen, in Österreich heißen diese Produkte offiziell "Hauersekt".

Die heutige Bedeutung des Wortes Sekt soll auf den Berliner Schauspieler Ludwig Devrient zurückgehen, der in der Gaststätte von Lutter und Wegener am Gendarmenmarkt allabendlich seinen Champagner trank. Eines Abends im November 1825 gab er seine Bestellung mit einem Zitat aus Shakespeares Heinrich IV. auf: "Bring mir Sekt, Bube - ist keine Tugend mehr auf Erden?". Der Kellner hätte, da Sekt zu dieser Zeit das deutsche Wort für Sherry war, eigentlich einen Sherry bringen müssen; da er aber nicht hingehört hatte, brachte er den gleichen schäumenden Wein wie immer, und schon bürgerte sich die neue Sitte ein: erst am Stammtisch von Lutter und Wegener, dann in Berlin, Jahrzehnte später in Norddeutschland, und erst um 1890 im ganzen Deutschen Reich.

Siehe auch

Weblinks

See also: Sekt, 1826, 1902, 1933, 1941, 1970er, Alkohol, Alkoholgehalt, Brut (Sekt), Cava