Selbstverwirklichung

Selbstverwirklichung meint in der Alltagssprache die möglichst umfassende Ausschöpfung der individuell gegebenen Möglichkeiten, Talente, Sehnsüchte und Wünsche. Der Begriff hat für seine konservativen Kritiker einen negativen Beiklang von Egoismus und mangelndem Familiensinn, wobei aber der Humanismus etwa auch als erste Philosophie der Selbstverwirklichung des Menschen betrachtet werden kann.

In der Psychologie hat Abraham Maslow den Begriff prominent gemacht. Innerhalb einer Hierarchie der Bedürfnisse setzte er ihn an die oberste Stelle bzw. die letzte Stelle in der Reihung Körper/Sicherheit/Liebe/Anerkennung/Selbstverwirklichung.

In der Psychoanalyse zeigte Carl Gustav Jung, dass der Mensch in der zweiten Lebenshälfte um die Integration abgespaltener Persönlichkeitsanteile bemüht ist.

Eine Theologie der Selbstverwirklichung fußt auf dem Jesuswort in Joh 10,10 "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben". Richtiger wäre es hierbei aber, statt von einer Selbstverwirklichung von einer "Verwirklichung durch Christus" zu sprechen.

Oftmals wird der Generation von 1968 ihr Streben nach Selbstverwirklichung vorgeworfen. Für viele Jugendliche stellt die Selbstverwirklichung jedoch weiterhin ein Ideal dar. Außerdem gibt es aktuelle Strömungen innerhalb der kommunistischen Bewegung, die in der Selbstverwirklichung eines jeden das Ziel einer zukünftigen Gesellschaft sehen.

Zitat

(Oscar Wilde)

(Leszek Kolakowski)

Siehe auch

See also: Selbstverwirklichung, Abraham Maslow, Bedürfnis, Carl Gustav Jung, Egoismus, Eigenverantwortung, Evangelium nach Johannes, Gesellschaft, Humanismus, Jugend